Untersee steckt voller Konzil

Das Konstanzer Konzil könnte auch Thurgauer Konzil heissen. Dominik Gügel, Direktor Napoleonmuseum, ermuntert in Eschenz zur Spurensuche.

Margrith Pfister-Kübler
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Die Mitren auf der Karte zeigen Schauplätze des Konstanzer Konzils. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Die Mitren auf der Karte zeigen Schauplätze des Konstanzer Konzils. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

ESCHENZ. «Konstanz gehört zum Thurgau», sagte Dominik Gügel, Direktor des Napoleonmuseums, in der Aula des Sekundarschulhauses Eschenz am Mittwochabend. Das öffentliche Referat im Anschluss an die Jahresversammlung des Eschenzer Vereins für Dorfgeschichte stiess auf grosses Interesse. Präsidentin Elisabeth Sulger Büel begrüsste rund 50 Gäste. Sie hatte nicht zu viel versprochen. Dominik Gügel liess im Galopp Revue passieren, was das Konzil zu Konstanz 1414 bis 1418 an Auswirkungen hatte.

Es ging um die Macht

Wer von Gedanken beseelt war, dass es beim Konzil nur um Religion ging, der wurde schnell belehrt: Es ging um Macht, Politik und Ideologie. «Um 1400 herrschte das Heilige Römische Reich», sagte Gügel. Die drei Päpste, Johannes XXII. aus Pisa Papst Gregor XII. aus Rom und der Papst Benedikt XIII. aus Avignon waren unter sich zerstritten. Gügel liess die Rolle des römisch-deutschen Kaisers Sigismund aufleuchten, ein geschickter Vermittler, der sich zur Aufgabe gemacht hatte, die abendländische Kirche wieder zu vereinen. «Der heutige Thurgau war eine Insel der Glückseligen, ein reicher Landstrich», sagte Gügel und zeigte mit einer Landkarte, auf der Mitren eingezeichnet waren, wo die bis zu 70 000 Besucher des Konzils verweilten. Da ging es mit Booten auch rheinabwärts: Diessenhofen und Stein am Rhein sind mit einer Mitra gekennzeichnet. So habe der Bürgermeister von Konstanz in der Kirche Burg die Wandmalereien angeordnet.

Mit seinem vergnüglichen Vortrag weckte Gügel auch das Interesse am Aufspüren von Funden. Zwischen Berlingen und Diessenhofen gibt es noch viel zu entdecken.

Der Verein und seine Geschäfte

Die Jahresgeschäfte des Vereins für Dorfgeschichte warfen keine Wellen. Am 25. April ist Museumsputzete und am 3. Mai beginnt die Saison. Geöffnet ist dann das Museum jeden ersten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr.

«Unser Museum wird nächstes Jahr bereits 25 Jahre alt. Das gilt es gebührend zu feiern, und da gibt es viel zu planen und vorzubereiten», sagte Präsidentin Elisabeth Sulger Büel.

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