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UNTERSEE: Neuer Kapitän im Schiffswerk

Simon Leu zieht mit seiner Leu-Bootsbau-Firma von Stein am Rhein nach Steckborn. Er übernimmt das Schiffswerk, das Jürg und Rosmarie Tschiemer nach 43 Jahren in jüngere Hände geben.
Margrith Pfister-Kübler
Volle Segel im neuen Logo: Rosmarie und Jürg Tschiemer übergeben ihre Firma an Bootsbauer Simon Leu. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Volle Segel im neuen Logo: Rosmarie und Jürg Tschiemer übergeben ihre Firma an Bootsbauer Simon Leu. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Margrith Pfister-Kübler

unterseerhein

@thurgauerzeitung.ch

Alles für Schiffe und deren Crew, alles für den Wassersport: Das haben sich Jürg und Rosmarie Tschiemer 43 Jahre lang auf die Fahne geschrieben. 1975 hat das Ehepaar angefangen. Die Adresse Tschiemer im Feldbach stand für Sportschifffahrt, inklusive Jugendsegeln – eben alles rund um Verlässlichkeit und Kameradschaft. Die Leute vom Segelclub Steckborn, vom Yachtclub Schaffhausen und viele andere waren quasi bei Tschiemers «schiffig dihei».

2008 brachte die neue Lagerhalle an dem jetzigen Standort Platz für 100 Boote. Der Laden in den dem Abbruch geweihten Kunstseidefabrikhallen im Feldbach wurde noch einige Zeit offen gehalten. Dann musste der Standort am Hafen Steckborn aufgegeben werden. Nautilus entstand. Direkt neben der Lagerhalle am Klosterweg 4 wurde die neue Werft bezogen. Laden, Lager und die Werft brauchten keine zusätzliche Positionsbestimmung. Doch jetzt haben sich Tschiemers aus Altersgründen für eine neue Lebensetappe entschieden.

Leu: Ein guter Name für Holzboote

«Per 1. Juli übernimmt Simon Leu, Bootsfachwart und Bootbauer mit Fachausweis, das Schiffswerk als Geschäftsführer»: Mit diesen Worten sagen Jürg und Rosmarie Tschiemer, was vertraglich bereits seit einiger Zeit in trockenen Tüchern ist. Sie bezeichnen den Zeitpunkt als klug: «Durch den Zusammenschluss der beiden Unternehmen Schiffswerk und Leu Bootsbau kommen jetzt zusätzlich zwei junge, innovative Bootsbauer nach Steckborn.» Leu hat im November 2015 in Stein am Rhein die Firma Leu Bootsbau gegründet und Holzboote gebaut – vom Segelschiff über Weidlinge, Fährboote bis zu Fischerbooten. Er macht den Bootsunterhalt, restauriert, bietet Winterlagerplätze, Transporte und allgemeine Servicearbeiten für alle Arten von Booten. Ein Eigenbau – ein Klinker-Ruderklassiker in edler Holzoptik, Fährboote nach Mass oder gar ein «Kaling», eine Mischung aus grossem Kanu und Weidling, gehören in die Erfolgsreihe. Leu hat sich einen Namen gemacht als verlässlicher Könner und Bootsbau-Enthusiast.

Die neue Schiffswerk Leu Bootsbau GmbH am Klosterweg 4 wird in etwa mit dem gleichen Angebot weitergeführt. Der Neubootbau wird aber Priorität haben. Das neue Firmensignet zeigt einen brüllenden Löwen und vom Wind geblähte Segel. «Es geht vorwärts», lacht Leu, der sich heute als Schaffhauser fühlt, wo er auch wohnt. Geboren wurde er 1990 in Wattwil. «Mein Vater ist heute Pfarrer in Wil», sagt er und schwärmt von seinen Eltern, seinen drei Schwestern, erzählt, dass er Jazz mag, und Piano sowie Melodica spielt. Von 1992 bis 2014 war die Familie in Schaffhausen, 2014 ging zurück nach Wil. Ab 2016 hat Leu bei Ganz Yachtbau in Zürich die dreijährige Lehre als Bootsfachwart (Motor und Elektrik) und dann noch zwei Jahre die Bootsbauerlehre gemacht. «Ich will zu den besten Bootsbauern gehören – wie ich es gelernt habe bei Boots- und Yachtbau Ganz am Zürichsee», sagt er. Wen wundert’s also, dass sein ehemaliger Bootsbau-Lehrmeister Simon Rüegg heute im Geschäft des einstigen Stifts arbeitet und jetzt mitzieht in die Schiffswerk Leu Bootsbau GmbH. Auch Jorn Erni vom bisherigen Schiffswerk gehört zum Team. «Super war auch meine Zeit bei Brunnert-Grimm in Gottlieben mit den Riesenbooten.» Einsätze, die ihn nach Südfrankreich führten. «Glücklich», so bezeichnet Simon Leu seinen Aufbruch nun zu neuen Ufern.

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