UNTERSEE: «Die Saison ist erst vorbei, wenn sie vorbei ist»

Die Flotte der Schifffahrtsgesellschaft für Untersee und Rhein liegt auf Kurs. Sie hat in dieser Saison bisher deutlich mehr Passagiere befördert als in den Vorjahren. Das hängt nicht nur mit dem guten Wetter zusammen.

Samuel Koch
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Trotz zuletzt unruhigen Zeiten wegen des strukturellen Defizits erzielt die Schifffahrtsgesellschaft für Untersee und Rhein (URh) das beste Zwischenresultat seit 2009. Alleine im Juni liegen die Passagierzahlen über 50 Prozent höher als im Vorjahr. URh-Geschäftsführer Remo Rey sieht dafür diverse Gründe.

Bester Saisonstart seit 2009, der Juni war mit 52 Prozent mehr Passagieren als im Vorjahr gar bombastisch.

Ja, wir sind zufrieden, vor allem mit dem gesamthaften Vergleich zum Vorjahr. Denn das Juni-Resultat musste wegen des schlechten Wetters sowie des Hochwassers 2016 in diesem Jahr deutlich besser ausfallen.

Was zeigt die Tendenz für den Juli?

Wir sind auf Kurs, auch wenn klare Vorhersagen immer schwierig zu treffen sind.

Das Wetter ist ein Grund für die gute Zwischenbilanz. Was sind weitere Faktoren?

Wir leben heuer stärker von Kooperationen. Dank der Migros und ihrer Aktion «Produkte aus der Region» fuhren Gäste zum halben Preis, und die TKB setzt etwa mit einer langfristigen Zusammenarbeit noch mehr aufs Familiensegment. Zudem bringen uns weitere Aktionen wie das Radio-Seefunk-Schiff oder Spezialfahrten wie das Brunchschiff weitere Gäste, und die Marke URh ist überall präsent.

Stellenabbau, Kosteneinsparungen, Verhandlungen mit den Mitarbeitern: Die aktuellen Zahlen müssen Balsam sein auf die zuletzt oft geschundene URh-Seele.

Die Zeit lehrt uns, dass die Saison erst vorbei ist, wenn sie vorbei ist. Der Wasserpegel liegt aktuell in einem guten Bereich. Wir hoffen, das bleibt so.

Wie ist die Stimmung innerhalb der nautischen Mannschaft?

Deutlich beruhigter als noch im Winter. Die klare Situation hat sich positiv auf das Arbeitsklima ausgewirkt. Zudem haben wir genug und fähiges Personal, um die Saison gut zu Ende zu bringen.

Wie weit ist die URh bei der Umsetzung der Gastromatrosen?

Bei dieser Massnahme hat sich bisher nicht viel getan, auch aufgrund personeller Wechsel bei der Bordgastronomie. Auf die Saison 2018 hin wird der Einsatz von Gastronomie-Personal als Matrosen und umgekehrt aber sicher wieder ein Thema.

Welchen Einfluss spürt die URh seit dem Wechsel im Verwaltungsratspräsidium?

Roger Forrer hat die Arbeit nahtlos übernommen, er ist dank langjähriger Arbeit als Vizepräsident eine bewährte Kraft. Sein Fokus liegt auf der Weiterführung der Strategie und dem Vorantreiben der Sanierung.

Das MS Stein am Rhein feiert heuer seinen 60-jährigen Geburtstag. Ist eine spezielle Jubiläumsfahrt geplant?

Nein. Wir setzen aber die «Stein am Rhein» nebst Spezial- und Charterfahrten wöchentlich im Kursbetrieb ein, was unsere Gäste sehr goutieren.

Was macht den Reiz eines Besuchs auf dem MS Stein am Rhein aus?

Beim Schiff mit Baujahr 1957 handelt es sich um das letzte Kursschiff der Schweiz, das mit dem originalen Sulzer-Zweitakt-Diesel-Motor angetrieben wird. Der Kapitän steuert es mit einem originalen Holz-Steuerrad, zudem überzeugen die zwei Säle. Vor allem in demjenigen am Bug sitzen die Passagiere unterhalb des Kapitäns und geniessen einen speziellen Ausblick auf den Untersee und Rhein.

Samuel Koch

samuel.koch

@thurgauerzeitung.ch