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Unterschlupf für Hecht und Kretzer

Seit Jahrhunderten hegt und pflegt die Bevölkerung am Untersee ihre Fischbestände in sogenannten Reisern. Regelmässig müssen Pfähle und Astwerk ersetzt werden. Wie derzeit beim «Kronen-Reis 47b» in Berlingen.
Kathrin Meier
Die 40 Pfähle dienen dem Ersatz eines Reises vor dem ehemaligen Restaurant Krone in Berlingen. (Bild: Kathrin Meier)

Die 40 Pfähle dienen dem Ersatz eines Reises vor dem ehemaligen Restaurant Krone in Berlingen. (Bild: Kathrin Meier)

Beim Berlinger Bojenfeld liegen derzeit 40 schlanke Stämme im Wasser. Jeder 20 Meter lang. Das Holz gehört den Ermatingern Hans Brugger und Peter Herzog und Robert Keller aus Mannenbach. Die drei Männer besitzen etwas, dessen Sinn oder Vorhandensein nicht allen mehr geläufig sein dürfte: einen Reis.

Das ist ein unter Wasser erschaffener Raum, höchstens 15 Meter im Durchmesser, rund oder quadratisch. Seine Umgrenzung bilden Pfähle, die in den Seegrund gerammt sind, und gefüllt ist der Raum mit mindestens armdickem Astholz. Idealerweise liegt ein Reiser dort, wo eine leichte Strömung fliesst, sonst fehlt Sauerstoff und alles wird von Algen überwuchert.

Nur die Besitzer dürfen in der Nähe fischen

Hier finden Hechte, Kretzer und ihresgleichen Schutz, hier fühlen sie sich sicher, im Idealfall sogar so geborgen, dass sie das Reis wählen, um ihren Laich abzulegen. Und, nicht zu vergessen: Ausschliesslich die Besitzer des Reises dürfen in der Nähe fischen, das sagt die Unterseefischereiordnung (siehe Box).

Das Reis der drei Männer befindet sich in einer Wassertiefe von etwa 20 Metern und liegt zwischen 50 und 80 Meter ausserhalb des Bootshauses des ehemaligen Restaurants Krone. Es heisst «Kronen-Reis 47 b», aber von seinen Pfählen und seinem Innenleben ist nicht mehr viel übrig, es muss darum ersetzt werden. Das «Kronen-Reis 47 a» – im alleinigen Besitz von Hans Brugger –ist noch intakt. Es liegt weiter landwärts an der Halde.

Die Pfähle rammen sich selbst in den Seegrund

Die Pfähle lagern im Wasser, wo sie sich nun voll saugen müssen. Hans Brugger rechnet damit, dass sie im Dezember oder Januar genug schwer sein werden, damit sie von einem Floss aus zu Wasser gelassen werden können und dann Richtung Seegrund «abgehen wie eine Rakete». Damit sie stecken bleiben, spitzt man sie zu. Falls ihr Eigengewicht nicht ausreichen sollte, binden die Männer Steine daran. Ein Taucher markiert dabei die Stelle, wo das alte Reis stand, so dass das neue am selben Ort zu stehen kommt: Ein Kreis aus Pfählen, etwa jeden Meter einen. In die Mitte kommt der sogenannte Reis-Pfahl. Rund um das Reis, mit maximal 30 Metern Abstand zum mittleren Pfahl, stehen ein paar Wehrpfähle, die man mit Bojen kennzeichnet. Das bedeutet: «Tauchen und Fischen nur für die Besitzer erlaubt.» Schliesslich wird man das Reis mit Astwerk füllen. «Eine bis zwei Lastwagenladungen sollten es schon sein», schätzt Brugger. Bis so viele Äste in der richtigen Dicke verfügbar seien, könne es aber dauern.

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