Unternehmer: Mit Gefühl zum Erfolg

STECKBORN. Signale nachhaltiger Stabilität und des Erfolgs sandte Georg Hess am Unternehmerapéro der Stadt Steckborn aus. Es ging um Wein, Gefühle und Verkauf.

Margrith Pfister-Kübler
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Ein Sack «Knacknüsse» überreichte Stadträtin Andrea Hess ihrem Namensvetter Georg Hess, bei der Bank Julius Bär Leiter Public Affairs. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Ein Sack «Knacknüsse» überreichte Stadträtin Andrea Hess ihrem Namensvetter Georg Hess, bei der Bank Julius Bär Leiter Public Affairs. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

STECKBORN. Eines gleich vorneweg: Der achte Unternehmerapéro der Stadt Steckborn am Dienstagabend sorgte für Optimismus. Gastrecht für die 75 Unternehmer und Gewerbetreibenden boten Monika und Emil Weiss, Metallbau AG, und neu auch Winzer. Stadträtin Andrea Hess stellte den Referenten Georg Hess, Schindellegi, vor. Man kann es ohne Übertreibung eine Bilderbuchkarriere nennen, was Georg Hess vorzuweisen hat. Heute ist er Head of Public Affairs der Privatbank Bär. Nach dem Agronomiestudium an der ETH spezialisierte er sich auf Weinbau, war Zentralstellenleiter für Weinbau des Kantons St. Gallen, Dozent für Weinbau an der Hochschule Wädenswil, engagierte sich politisch als Kantonsrat und Regierungsrat im Kanton Schwyz und war zudem Landammann.

Referieren und nicht jodeln

«Hess jodelt auch», fügte Stadträtin und Namensvetterin Hess an. Hess jodelte an diesem Abend nicht. Er sprach über «Erfolg in einem gesättigten Markt» und schuf Nähe: «Ich bin von Trüllikon, und Steckborns Oberstufenschulleiter Hansjörg Angst ist mein bester Freund.» In der Halle standen Weingläser parat. «Jeder nimmt zwei», lautete die Order. Weine von Emil Weiss und Weine von Eigenkelterer Hans Glesti, Stammheim, standen zur Degustation.

Hess betonte, dass Wein die christliche Kultur geprägt hat, und schwärmte von der Weinwelt, auch von der globalen. Allein in Europa wird auf 7,6 Millionen Hektaren Wein angebaut. Die nüchterne Wahrheit: 15 Prozent Überproduktion, die in Industriealkohol verwandelt wird. Auf methodische Art stellte er klar, dass der einzige Parameter beim Wein der jeweilige Betriebsleiter sei. Denn Wein sei ein emotionales Genussmittel. Nur 25 Prozent vom Wein sei Qualitätswein, sagte Hess. «Man muss Emotionen wecken, sich selber sein und so Emotionen verkaufen», lehrte er. Dies – plus Qualität – gelte eigentlich für alle Branchen in einem gesättigten Markt. «Es geht immer auch um die Wirkung. Wir müssen unserer Kultur frönen.»

Vor allem Frauen kaufen Wein

Es folgte ein Intensivkurs an Degustationswissen. «Nach dieser Instruktion merkt man die Unterschiede», lautete der Tenor des Publikums. Filmregisseurin Yvonne Escher: «Ich wurde überhäuft mit Informationen, aber es war amüsant.» Raunen löste Hess bei den Männern aus mit der Feststellung: «Männer haben ein Problem in der Umsetzung von Gefühlen. Deshalb wird Wein mehrheitlich von Frauen gekauft.»