Unternehmen kann weiter planen

Die Kindlimann AG aus Wil möchte in Tägerschen einen neuen Hauptsitz bauen. Eine Wasserleitung ist aber im Weg. Darum sistierte die Firma, die Stahlrohre bearbeitet, die Planung. Nun hat sie eine Lösung gefunden.

Philipp Haag
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Tägerschen. Wegen einer Wasserleitung stand die grösste Industrieansiedlung im Hinterthurgau der letzten Jahre auf der Kippe. Doch die Kindlimann AG aus Wil (siehe Box), die ihren Hauptsitz mit angegliederter Produktionsstätte nach Tägerschen verlegen möchte, konnte sich mit der Regionalwasserversorgung Mittelthurgau-Süd (RVM) einigen. Dies bestätigt Arthur Gerber, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Kindlimann.

Leitung muss zugänglich sein

Das Problem: Durch das Grundstück Chrüzacker führt eine Wasserleitung der RVM, über die die umliegenden Gemeinden versorgt werden. Und diese Hauptwasserleitung muss jederzeit zugänglich sein, damit bei einem Notfall wie einem Leitungsbruch umgehend eingegriffen werden kann. Aus diesem Grund hatte die RVM Einsprache gegen den Gestaltungsplan Chrüzacker erhoben und diese, nachdem der Gemeinderat sie abgelehnt hatte, an den Kanton weitergezogen.

Es gab zwei Möglichkeiten: die Wasserleitung um die Liegenschaft herum verlegen oder einen begehbaren Kanal unter dem Fabrikgebäude hindurch errichten. In Absprache mit der RVM hat sich die Kindlimann für die Verlegung der Wasserleitung entschieden. Mit dem Entscheid wollte die Firma einem allfälligen Streit aus dem Weg gehen. «Es ist auch ein Entgegenkommen der Gemeinde gegenüber», sagt Gerber. Ein Entgegenkommen, das sich die Firma einiges kosten lässt. 300 000 Franken sind für die Verlegung der Wasserleitung veranschlagt.

Die RVM werde sich mit einem namhaften Betrag beteiligen, sagt Gerber. Wie hoch dieser ist, wollte er nicht sagen. Auch Andreas Widmer, Verwaltungsratspräsident der RVM, möchte keinen Betrag nennen, weil dieser an der Delegiertenversammlung genehmigt werden muss. Den Rekurs beim Kanton hatte die RVM aber zurückgezogen.

44 000 Quadratmeter

Indem das Problem mit der Wasserleitung gelöst ist und der Kanton den Gestaltungsplan genehmigt hat, wie der Gemeindeammann

von Tobel-Tägerschen, Roland Kuttruff, bekanntgibt, kann die Kindlimann AG die Detailplanung für das Bauprojekt wieder an die Hand nehmen. Sie hatte diese vorübergehend sistiert. Erstellt werden der neue Kindlimann-Hauptsitz und die angegliederte Produktionsstätte auf einem 44 000 Quadratmeter grossen Grundstück neben dem Tanklager. Die Investition beläuft sich auf 50 Millionen Franken.

Die Zonenplanänderung von der Landwirtschafts- in eine neu geschaffene Arbeitszone ist schon länger abgesegnet, das Land gekauft, und die Abstände zum Tanklager sind geregelt. Eine zweite Einsprache neben derjenigen der RVM gegen den Gestaltungsplan hatte der Gemeinderat ebenfalls behandelt und eine Lösung gefunden: Die Ein-/Ausfahrt auf die Münchwilerstrasse wird näher zur Kuppe hin verlegt.

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