Unter einem neuen Banner

Gestern Sonntag war der grosse Tag der Fahnenweihe: Auf der neuen Fahne führt die Musikgesellschaft Hörhausen sogar «Brass Band» im Namen.

Margrith Pfister Kübler
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Fahnengotten Rosi Langenberger (v.l.), Ilse Gillner und Götti Hanspeter Wüthrich präsentieren stolz die neue Fahne. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Fahnengotten Rosi Langenberger (v.l.), Ilse Gillner und Götti Hanspeter Wüthrich präsentieren stolz die neue Fahne. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Gündelhart. Es war ein emotionaler Moment: Gestern Sonntag wurde in der Turnhalle Gündelhart nach 30 Jahren von der alten Fahne Abschied genommen und die neue Fahne entrollt. Mehr als 300 Gäste und Fahnendelegationen kamen zusammen, um diesen historischen Moment mitzuerleben.

Unter der Leitung von Marco Kressebuch wurden musikalische Höhepunkte gesetzt, die Solisten Adrian und Yannik Villiger bekamen Sonderapplaus.

Zum Auftakt sorgte die Musikgesellschaft Abtwil für Hörgenuss; zu diesen Appeler-Musikkollegen besteht eine besondere Freundschaft, ist doch der Gründer der Hörhauser Musikgesellschaft, Hans Villiger, einst von Abtwil AG nach Hörhausen gekommen. Der heute 85jährige Hans Villiger, Ehrenmitglied, hat über 60 Jahre Musik gemacht, und seine Frau Berty half im Hintergrund; sie hat die weissen Hemden gebügelt. «Es ist ein guter Verein, ich bin schon stolz», sagte Villiger senior.

Freude und Dankbarkeit

Die Abtwiler brillierten zusätzlich mit einem Sänger, der das «Guggeziitli» sang und mit rhythmischem Klatschen belohnt wurde. Paul Mettler und Fränzi Kressebuch lotsten charmant durchs Programm.

Präsident Hans Villiger, Sohn des Gründers, begrüsste die Gäste mit viel persönlicher Empathie: «Wir spüren Freude und Dankbarkeit.» Ein spezieller Dank galt den Spendern. Die neue Fahne kostete rund 14 000 Franken.

Daniel Kurz, Vertreter der Fahnenkommission, meinte mit viel Humor, dass es bei der Gestaltung der neuen Fahne fast so viele Meinungen wie Mitglieder gegeben habe.

Mit den Rhythmen «Carribian Beat» wurde die neue Fahne begrüsst. Die alte Fahne wurde mit dem Bellinzona-Marsch verabschiedet. Das Thurgauer Lied erklang, die Fahnendelegationen schwangen ihre Fahnen.

Schon vor über 20 Jahren hat die Musikgesellschaft Hörhausen auf Brass Band umgestellt, deshalb drängte sich der neue Name geradezu auf.

Gotten und Götti für die Fahne

Die Fahnengotten Rosi Langenberger, Steckborn, Ilse Gillner, Wallisellen – sie lebte früher in Eschenz –, und der Fahnengötti Hanspeter Wüthrich, Ermatingen, zeigten, dass sie ihr Amt als Ehrenamt sehen und entrollten die neue Fahne. Alle drei haben sich um den Musikverein Hörhausen verdient gemacht.

«Ich bin stolz, dass ich in meinem Alter noch mal Götti werde», sagte der 62jährige Hanspeter Wüthrich, früher Ortsvorsteher in Hörhausen und danach Brigadier. Mit Blick auf die Weltkrisen rief er dazu auf, die Gemeinschaft zu pflegen und so Heimatgefühl zu sichern.

Festtagsgrüsse und Dankesworte rundeten den wunderschönen Festakt ab. «Die Fahne ist ein Symbol für Zusammengehörigkeit und Gemeinschaft. Tragt sie mit Stolz», sagte Andrea Heimberg Müller als Vertreterin der Gemeindebehörde.

Heini Füllemann, Präsident des Thurgauer Kantonal-Musikverbandes, überbrachte die Glückwünsche des Kantonalverbandes.