Ungewollte Unterstützung

Wegen des Reaktorunglücks in Japan erhoffen sich die Gegner eines allfälligen Atommüll-Endlagers in Benken, dass alle Atomkraftwerke in der Schweiz abgeschaltet werden und dann der Standort Benken nochmals ganz seriös geprüft wird.

Caspar Hesse
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Neue Brisanz wegen Fukushima: Die Allianz «Nein zu neuen AKW» engagierte sich im September gegen das Atomendlager im Weinland. (Archivbild: Nana do Carmo)

Neue Brisanz wegen Fukushima: Die Allianz «Nein zu neuen AKW» engagierte sich im September gegen das Atomendlager im Weinland. (Archivbild: Nana do Carmo)

Feuerthalen. Alt SP-Nationalrat Rudolf Rechsteiner spricht heute um 19.30 Uhr in Feuerthalen bei Schaffhausen über den möglichen Umstieg der Energiepolitik unter dem Titel «Schweiz erneuerbar – die Null-Risiko-Strategie». Im Anschluss findet ein Podiumsgespräch unter der Leitung der Zürcher SP-Kantonsrätin Käthi Furrer statt. Der Anlass war schon länger geplant, wegen des Reaktorunglücks in Japan bekommt er jedoch zusätzliche Aktualität.

Lösung für Jahrtausende

Markus Späth von der SP Weinland hofft als Mitorganisator des heutigen Abends sehr, dass die Atomkraftwerkprobleme in Japan längerfristig zum Umdenken der hiesigen Behörden führen. Er betont erst mal sein Mitgefühl mit Japan und bekräftigt dann seinen Standpunkt, dass als erstes in der Schweiz der Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen werden müsse.

Erst dann könne man nach einer definitiven Lösung für eine Endlagerung des Atommülls suchen, die auf Jahrtausende hinaus überzeugen müsse. Die Rückholbarkeit nach 150 Jahren zu garantieren reiche nicht aus.

Als weiteren Punkt betrachtet Späth das Weinland als eines der wenigen intakten Naturlandschaften, die es im Kanton Zürich noch gebe. Das solle aber nicht heissen, dass die SP ein Schwarz-Peter-Spiel betreiben wolle.

Doch müsse man ganz viele technische Probleme erst mal noch anschauen: Wie wird eingelagert? Wie wirkt der Opalinuston auf Störungen? Späth findet, dass «alles noch sehr offen sei». Er freut sich aber, dass es jetzt bis weit ins bürgerliche Lager hinein heisse, dass die Risiken der Kernenergie zu hoch seien.

Die Haltung der Thurgauer Regierung war bisher, dass man alle Standorte gleich behandeln solle. Wenn sich Benken als der geeignetste erweisen sollte, würde die Regierung das akzeptieren.

Stadt Zürich als Vorbild

Der Energiefachmann Rudolf Rechsteiner wird in seinem Vortrag heute abend die Stadt Zürich loben, die für den anstehenden Ersatzbedarf die richtigen Antworten gefunden habe. Sie engagiere sich im Bau von neuen Windfarmen, habe neuen Atombezügen eine klare Absage erteilt und könne den Stilllegungen der eigenen Atomkapazitäten gelassen entgegensehen.

Bene Müller, Vorstandsmitglied Solarcomplex, wird über seine Praxiserfahrungen bei der Verwendung erneuerbarer Energien sprechen. Der Anlass wird organisiert von der SP Weinland, der SP Region Diessenhofen sowie der SP Kanton Schaffhausen.

«Erneuerbar statt atomar», heute Donnerstag, 19.30 Uhr, Feuerthalen, Aula Stumpenboden