Ungewohnter Start

Das Freibad ist seit gestern offen. Die Betreiber gehen nicht davon aus, dass sich die bisher kalten Temperaturen auf die Besucherzahlen Ende Jahr auswirken werden. Auch dank dem Hallenbad.

Donat Beerli
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Letzten Mittwoch war ans Schwimmen noch nicht zu denken: Fabrizio Hugentobler, Leiter Freizeitanlagen und Sport, und Andreas Frei, Leiter Bad, vor der Rutschbahn. (Bild: Reto Martin)

Letzten Mittwoch war ans Schwimmen noch nicht zu denken: Fabrizio Hugentobler, Leiter Freizeitanlagen und Sport, und Andreas Frei, Leiter Bad, vor der Rutschbahn. (Bild: Reto Martin)

Donat Beerli

donat.beerli

@thurgauerzeitung.ch

Nach Baden sah es vergangene Woche nicht aus. Frau Holle hat sich zurückgemeldet, die Temperaturen sind in den Keller gestürzt, die Badi hat um ihren Saisonstart gezittert. Andreas Frei, Leiter Bad, zeigt sich trotz Winterjacke und kalten Füssen nicht sonderlich beeindruckt. «So etwas habe ich zwar noch nie erlebt, aber die Situation ändert sich deswegen nicht.» Die Grünanlagen seien gepflegt, die Bäder aufbereitet, die Badi-Crew sei bereit. Eine wetterbedingte Verspätung – kein Thema. «Wir machen sicher auf.»

Ein Problem verursachten die tiefen Temperaturen trotzdem: Es war zu kalt, um mit der Luftwärmepumpe das 50-Meter-Sportbecken hinter dem Sprudelbad zu beheizen. «Dafür braucht es mindestens 8 Grad Aussentemperatur», so Frei. Das Becken – als einziges im Freibad – wird normalerweise auf 23 Grad geheizt, «optimale Schwimmtemperatur» laut Frei. «22 ist ­ die Grenze, bei 21 geht niemand mehr rein.»

Badi rechnet mit 150000 Besuchern

Dass der Temperatursturz sich negativ auf die Besucherzahlen Anfang Saison auswirken wird, liegt auf der Hand. Fabrizio Hugentobler, Leiter Freizeitanlagen und Sport, relativiert jedoch. «Am Schluss der Saison werden wir wieder um die 150000 Besucher gehabt haben.» Es gebe jedes Jahr schlechte Monate, doch 20 Wochen lang schön sei es bisher immer gewesen. Frei und Hugentobler können sich nur an einen Sommer erinnern, wo alles anders war: 2003. Damals war es so heiss, dass die Besucherzahlen in astronomische Höhen kletterten. Was der Frauenfelder Badi zugutekommt, ist die Anbindung ans Hallenbad. Mit einem Eintritt können alle Becken benutzt werden. «Davon profitieren wir bei diesem Wetter ungemein», sagt Andreas Frei. Grössere Änderungen im Betrieb gibt es auf diese Saison hin nicht. Einzig die Abdeckung beim 50-Meter-Sportbecken wurde ausgewechselt. Dieses wird nachts zur Vermeidung von Wärmeverlust abgedeckt.

Wenn sich die Sonne in den nächsten Tagen doch noch zeigen sollte, werden sich die Chromstahlbecken schnell aufheizen. Allzu lang sollten Badigänger also nicht mehr warten müssen. Zeit bleibt: Die Saison dauert noch bis Ende September.­