Ungeteilte Stimme

Gratulation zur Wahl. Haben Sie das nach dem ersten Wahlgang erwartet oder haben Sie noch gezittert? Brigitte Häberli: Nach dem ersten Wahlgang sah ich meine Chancen als intakt an. Mit einem so klaren Resultat rechnete ich nicht. Wie erklären Sie Ihren Sieg?

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Gratulation zur Wahl. Haben Sie das nach dem ersten Wahlgang erwartet oder haben Sie noch gezittert?

Brigitte Häberli: Nach dem ersten Wahlgang sah ich meine Chancen als intakt an. Mit einem so klaren Resultat rechnete ich nicht.

Wie erklären Sie Ihren Sieg?

Ich denke, acht Jahre Erfahrung in Bern und der Wille, den Ständerat nicht als Feierabend-Job anzusehen, gaben den Ausschlag. Und mein grosses Unterstützungskomitee arbeitete sehr viel.

Worauf wollen Sie sich im Ständerat spezialisieren?

In der Finanzpolitik gilt es, zu verhindern, dass die Städte bei der Revision des Finanzausgleichs mehr Geld für sich abziehen. Ich will in der Bildungspolitik das duale Bildungssystem unterstützen. Ganz wichtig ist auch die Raumplanung, damit wir die Entwicklung des Kantons fördern können. Ich will für die Landwirtschaft einstehen, denn die schöne Landschaft existiert nur dank der Bauern. Wichtig ist schliesslich, dass wir Bundesgelder für den Ausbau der Strassen und Schienen in den Thurgau holen können. Sonst verlieren wir den Anschluss.

Sie sind der SP, den Grünen und den Mitteparteien verpflichtet, die ihre Kandidatinnen zurückgezogen oder Sie unterstützt haben. Was bringt eine geteilte Standesstimme dem Thurgau?

Es gibt keine geteilte Thurgauer Standesstimme. Vergleichen Sie mein Smartvote-Profil und das von Roland Eberle. Die Unterstützung der Grünen und der Umweltverbände erhielt ich, weil ich wie Bundesrat und Parlament für den Atomausstieg bin. Ich bin sonst eine bürgerliche Politikerin.

Werden Sie Bundesrätin Widmer-Schlumpf wiederwählen?

Ja. Ich arbeite in der Finanzkommission eng mit ihr zusammen. Sie leistet sehr gute Arbeit.

Soll die SVP einen zweiten Sitz im Bundesrat erhalten?

Ja. Die SVP und die SP sollen je zwei und die Mitteparteien zusammen drei Bundesratssitze erhalten.

Werden Sie das Fraktionsvizepräsidium jetzt abgeben?

Ja. Ich hatte die Aufgabe, die Nationalratsdelegation der CVP zu führen. Das kann ich nicht mehr. Ich bin jetzt Standesvertreterin und nehme diese Aufgabe sehr ernst. (mkn)