Ungenutztes Potenzial

Das aktuelle Energieholzkonzept des Kantons Thurgau knüpft an die Berichte aus den Jahren 2004 und 2011 an.

Drucken
Teilen

Mit seiner energiepolitischen Strategie bezweckt der Kanton Thurgau eine Steigerung der Energieeffizienz im Gebäudebereich sowie die Förderung einheimischer, erneuerbaren Energien. Ein zentrales Element der kantonalen Energiepolitik ist seit vielen Jahren die Holzenergie. Die Waldfläche im Thurgau beträgt rund 20000 Hektar und bedeckt damit mehr als einen Fünftel des gesamten Kantons.

Die zunehmende Nutzung von Holz als Energieträger entspricht den Zielen des Regierungsrates für eine nachhaltige Energieversorgung, da der Ausbau der Energieholznutzung ökologisch sinnvoll ist. Denn Holz ist eine erneuerbare Energiequelle und CO2-neutral. Zudem muss sie nicht aus dem Ausland importiert werden.

Wichtiger Baustein der kantonalen Energiepolitik

Energie aus Biomasse nimmt in der energiepolitischen Strategie des Kantons Thurgau als Beitrag an die zukünftige Energieversorgung einen wichtigen Platz ein. In den Konzepten «Verstärkte Förderung erneuerbarer Energien und der Energieeffizienz» und «Thurgauer Strommix ohne Kernenergie» ist die Nutzung der Energie aus Biomasse ein zentraler Baustein. Daher wird das Energieholzpotenzial in regelmässigen Abständen überprüft.

Am Donnerstag informierte Holzenergie Thurgau im Rathaus über das Energieholzkonzept des Kantons. Dessen Aktualisierung aufgrund der Untersuchungen zwischen 2009 und 2015 wurde einem Fachpublikum aus Kantons- und Gemeindevertretern, Anlagenbetreibern und -planern sowie Vertretern aus dem Forstdienst vorgestellt. Holzenergie Thurgau steht im Auftrag des Kantons Planern und Betreibern von Holzfeuerungsanlagen für Fragen zum Bau neuer Anlagen beziehungsweise zur Optimierung bestehender Anlagen zur Verfügung.

Verwendung von Holz als Energieträger nimmt ab

Im Ergebnis lassen sich gemäss Rainer Jahnke von der Abteilung Energie zwei Kernaussagen treffen: Zum einen hat der Zuwachs der energietechnischen Verwertung von Holz leicht abgenommen und zum andern bleibt mit 52 000 Kubikmetern fast ein Viertel des Energieholzes ungenutzt. Energieholz sei allerdings nicht unbegrenzt vorhanden, stellte Andreas Keel, Präsident von Holzenergie Schweiz, fest. Mit den zurzeit in Diskussion beziehungsweise in Planung befindlichen Anlagen werde jedoch eine bessere Nutzung des Energieholzpotenzials möglich sein, meinte er bei der Präsentation des aktualisierten Konzepts.

Wohin mit der Asche?

Der Kanton Thurgau fördert Holzenergieanlagen sowie Wärmeverbunde mit finanziellen Beiträgen. Für ein Problem suchen die Verantwortlichen des Kantons aber nach wie vor eine Lösung: Die aus der Verbrennung entstehende Asche ist eigentlich ein Wertstoff. Dennoch fehlen zum einen noch Verwendungsmöglichkeiten. Und andererseits – bis welche gefunden sind – entsprechende Deponiermöglichkeiten.

Christoph Oklé

thurgau@thurgauerzeitung.ch

Förderprogramm

www.energie.tg.ch