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UNFALL NACH BLAUFAHRT: 21 Monate bedingt und eine Geldstrafe für Jan Ullrich

Der deutsche Ex-Radprofi Jan Ullrich musste sich heute zum zweiten Mal vor Gericht verantworten, weil er betrunken einen Autounfall verursacht hat. Nun wurde er zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 21 Monaten verurteilt - das sind vier mehr, als der Staatsanwalt forderte.
Jan Ullrich bei seiner Ankunft zur Gerichtsverhandlung im Rathaus Weinfelden. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Jan Ullrich bei seiner Ankunft zur Gerichtsverhandlung im Rathaus Weinfelden. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Das Gericht geht mit seinem Urteil über das von der Verteidigung geforderte Strafmass von 17 Monaten auf Bewährung hinaus. "Ihr Verhalten war verwerflich. Sie hatten grosses Glück, dass nicht mehr passiert ist", sagte die Richterin bei der Urteilsverkündung. Die Strafe wurde mit einer Probezeit von vier Jahren ausgesprochen. Zudem muss der Radprofi 10'000 Franken Busse bezahlen. Hinzu kommen die gesamten Verfahrenskosten von über 27'000 Franken. Jan Ullrich hat angekündigt, das Urteil zu akzeptieren und keine Berufung einzulegen.


Das mediale Interesse am Prozess war gross. Rund zwei Dutzend Journalisten wohnten der Verhandlung bei. Erst mussten sie mit einer Videoübertragung im Ratsaal vorlieb nehmen. Weil die Tonspur aber kaum verständlich war, durften sie nach einer rund 20 minütigen Unterbrechung in den Gerichtssaal.



Im Verfahren ging es um einen Verkehrsunfall, den Ullrich im Mai 2014 in Mattwil verusacht hatte. Ullrich war mit mindestens 132 Stundenkilometern sowie 1,8 Promille Alkohol und Valium im Blut unterwegs. An einer Kreuzung prallte er mit seinem Auto erst ins Heck eines stehenden Autos und danach frontal gegen einen entgegenkommenden Wagen. Bei der ersten Kollision habe seine Geschwindigkeit noch mindestens 83, bei der zweiten 53 Stundenkilometer betragen. An den drei Autos entstand Totalschaden, zwei Personen mussten ins Spital gebracht werden, wurden aber nicht schwer verletzt. Ullrich selber trug keine Blessuren davon.

In einer ersten Verhandlung 2015 wollten sich Ullrich und die Staatsanwaltschaft im abgekürzten Verfahren auf eine bedingte Freiheitsstrafe von 18 Monaten und eine Busse von 10'000 Franken einigen. Das Gericht erteilte diesem Antrag aber eine Absage und verlangte eine neue Untersuchung, weil die Staatsanwaltschaft damals von mehreren Gutachten jenem mit der tieferen Geschwindigkeit gefolgt war. Seither wurde Ullrich nochmals einvernommen, und zwei weitere Gutachten wurden erstellt. Beim ersten Verfahren wurde noch von einer höheren Geschwindigkeit als den oben genannten 132 Stundenkilometern ausgegangen. Wohl mit ein Grund, weshalb die Staatsanwaltschaft nun nur noch 17 Monate bedingt bei einer Probezeit von vier Jahren beantragte. Die Verteidigung hatte sich mit fast allen Anträgen der Staatsanwaltschaft einverstanden erklärt. Einzig bei der Übernahme der Verfahrenskosten hatte sie eine Reduktion beantragt, da eines der Gutachten fehlerhaft gewesen sei. (pex/jw/sda)

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