Unermüdlich im Einsatz

Der Jonas-Furrer-Preisträger Peter Kasper setzt erneut Akzente für Behinderte. Mit der Stiftung pro Handicap realisiert er ein Ferienzentrum für Behinderte und erwirbt dank einer grosszügigen Spenderin drei Gebäude von Tertianum.

Margrith Pfister-Kübler
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Der Berlinger Peter Kasper will diese drei Häuser zu einem Ferienzentrum für Behinderte umbauen. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Der Berlinger Peter Kasper will diese drei Häuser zu einem Ferienzentrum für Behinderte umbauen. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

BERLINGEN. Behindert? Auf den Rollstuhl angewiesen? Selbst in diesem Fall stehen Wünsche von selbständig unterwegs sein, Ferien, sich austauschen, sich gegenseitig inspirieren und weiteren Lebensfreuden ganz obenauf. Das Leben der Rollstuhlfahrer ist von anderen Vorgaben bestimmt. Auf diese Bedürfnisse hat sich der Berlinger Bürger Peter Kasper mit Leib und Seele eingelassen. Er hat seine Berufung schon längst gefunden, seine Begeisterung zum obersten Gesetz erklärt und seinen Lebensinhalt in der Behindertenbetreuung gefunden.

Ferienzentrum für Behinderte

Das allein ist es aber nicht: «Er weiss andere für sein Erfolgspotenzial zu begeistern», sagt seine Frau Maya. Wie dies sein neuestes Projekt beweist. Ein Ferienzentrum für Behinderte in Berlingen. Dazu wurde bereits im November 2011 die Stiftung pro Handicap gegründet mit Peter Stüssi als Präsident.

Die Stiftung pro Handicap schafft Ferienmöglichkeiten für Behinderte, betreibt ein Ferienzentrum für Behinderte in Berlingen, unterstützt die Durchführung von Ferienlagern für Behinderte, ermöglicht die Schaffung von Arbeitsplätzen für Behinderte und fördert generell die Mobilität von Behinderten.

Grosszügige Spenderin

«Dank einer grosszügigen Spenderin konnte so – mit einem Tip von René Künzli – von der Tertianum AG drei Gebäude mit schöner Gartenanlage in Berlingen zum Preis von 1,9 Millionen erworben werden», strahlt Peter Kasper, der seine Visionen in die Realisierungsphase gelenkt hat. Für die Anpassung der Gebäude an die neuen Funktionen und Ansprüche wurden drei Architekten aus der Region zum Wettbewerb eingeladen. «Anfang April fällt der Entscheid. Die Eröffnung der gesamten Anlage ist für Mai 2013 geplant. Wir rechnen mit Baukosten von 2,5 bis 3 Millionen Franken», erklärt Peter Kasper.

Ein Abreissen der Gebäude liege aber jenseits von jedem Kostendenken. «Es wird alles modernisiert, um das Rollstuhlleben optimal zu gestalten», sagt Kasper. Unter anderem werden Balkone vergrössert, damit mit den Rollstühlen zirkuliert werden kann, grosszügige Nasszellen eingebaut sowie ein neuer Aussenlift erstellt. Menschen im Rollstuhl wollen am Leben möglichst selbständig teilhaben, betont er und ist überzeugt: «Dazu bietet unser Projekt in Berlingen idealste Bedingungen.» Geplant sind bis zu 50 Betten für Gäste und Betreuerinnen.

Hauptsächlich steht das Haus für Gruppen zur Verfügung, aber auch Einzelpersonen sind willkommen. Vorgesehen ist zu einem späteren Zeitpunkt auch, ein bis zwei Arbeitsplätze für Behinderte zu schaffen.

Wie alles anfing

1983 begann Peter Kasper beim Verein Zürcher Rollstuhltaxi als Chauffeur. Nach kurzer Zeit klafften die Ansichten auseinander. Also nahm Kasper das Steuer in die Hand und baute zusammen mit Gleichgesinnten einen neuen Betrieb auf.

Dann 1992 wurde der Verein Behinderten-Reisen Zürich gegründet, welchen er aufgebaut und bis zu seiner Pensionierung (März 2012) geleitet hat.

Peter Kasper wurde im Jahr 2009 (TZ berichtete) mit dem Jonas-Furrer-Preis, einem Preis für humanitäres und caritatives Wirken, ausgezeichnet.

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