Und ewig lockt die Zuckerwatte

Nebst altbekanntem Magenbrot gibt es am Frauenfelder Chlausmarkt auch Speckmocken oder Suchteggen. Auf der kulinarischen Reise von der Vorstadt bis zum Marktplatz sorgt eine Suppe mit Sherry für etwas Wärme.

Luisa Aeberhard
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Ein pinker Schnauz und klebrige Hände? Mädchen essen gekonnt ihre Zuckerwatten. (Bilder: Reto Martin)

Ein pinker Schnauz und klebrige Hände? Mädchen essen gekonnt ihre Zuckerwatten. (Bilder: Reto Martin)

FRAUENFELD. Was darf es denn sein? Schupfnudeln, Schlorzifladen oder doch lieber die altbekannte Zuckerwatte? Während des Chlausmarktes in Frauenfeld gleicht die Vorstadt einem Bienenschwarm. Grosi und Opa mit den Enkelkindern, Mütter mit Kinderwagen oder Teenies bummeln durch den Markt und begutachten das Angebot der Händler.

Nicht nur Schmankerl

Da heisst es etwa in roter Schrift: Magenbrot und Confiserie. Einige Schritte weiter ist ein rosa Kinderbody mit Edelweiss-Print auf einem Bügel aufgehängt. Nebst Wagen mit Gaumenfreuden gibt es Stände mit Haushaltsartikeln, Spielsachen, Kleidern und vielem mehr.

Chnobli- oder Magenbrot, Zuckerwatte und Süssholz gehören zu den altbekannten Leckereien. Während Speckmocken oder Suchteggen bei einigen Besuchern ein grosses Fragezeichen ins Gesicht zaubert.

Yvonne Heule ist Marktfahrerin der Manser-Bäckerei und gibt Antwort. «Der Speckmocken ist ein süsses Appenzeller Gebäck. Blätterteig wird mit einer Haselnuss-Masse so gefüllt, dass das Endergebnis einem Speck gleicht.» Und welches Geheimnis steckt hinter dem Suchtegge? «Das ist ein Laugengipfel, der eine eckige Form hat und gefüllt ist mit Mostbröckli. Die Zürcher finden, dass dieser süchtig nach mehr macht, darum Suchtegge», sagt Heule. Sie fährt unter der Woche viermal nach Zürich und bietet Appenzeller Spezialitäten zum Verkauf an, die alle in der Manser-Bäckerei hergestellt werden. «Die Biber-Sujets werden am Schluss selber ausgemalt.»

Rote Nase und Suppe mit Sherry

Bei kalten Händen und roter Nase wie jene von Rudolf, dem roten Rentier, lockt der Suppen-Stand. Guido Schumacher verkauft Nahrin-Produkte oder schickt sie auf Wunsch nach Hause. Für die Suppen erhitzt Guido Wasser und gibt Bouillon in einen separaten Thermo-Krug. Die Bouillon rührt er stets frisch an. «Sie haben Glück, denn Sie erwischten die Suppe mit etwas Sherry-Aroma», sagt der Verkäufer zwinkernd. Bei dickem Nebel und eisigem Wind ist das vielleicht gar keine so schlechte Idee. Wer es lieber süss mag, gönnt sich einen Punsch mit Orangenschnitz beim Chinesen.

Ein Besucher des Chlausmarkts probiert eine Schiebermütze an. (Bild: Reto Martin (Reto Martin))

Ein Besucher des Chlausmarkts probiert eine Schiebermütze an. (Bild: Reto Martin (Reto Martin))