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Und an allen Ecken ist Ruh’

Murgspritzer

Es ist alles ruhig, ganz ruhig in der Stadt. So friedlich und idyllisch wie jeden Sommer zu Beginn der grossen Ferien. Die Amsel singt, die Krähe krächzt, der Specht klopft und der Mühletobelbach rauscht. Nichts kann die Idylle trüben.

Doch halt. Da sind ja noch die Baustellen. Am Holdertor, vor dem Rathaus, an der Neuhau­serstrasse und und und… Alles wälzt sich durch den «Unterirdischen» bis zur «Gartenlaube» und am Konsumhof vorbei in die Ringstrasse. Wer mit dem Velo vom Mühletobel her Richtung Stadt will, nimmt besser den Fussgängerstreifen. Das geht schneller, sonst spielt er «Warten auf Godot». Die Nerven der Auto- und Velomobilisten liegen blank, und Ende Woche ist erst noch Vollmond. Das kann ja heiter werden.

Ah ja, schliesslich beginnt heute ja auch das Open Air. Das Hip-Hop-Happening wird sogar die Bauerei samt Umwegverkehr in den Schatten stellen. Die ganze Stadt voll mit spärlich bekleidetem Jungvolk auf der verzweifelten Suche nach einer freien Steckdose, um das Smartphone aufzuladen. Diese Aufregung! Diese Hektik! Ja, ist das denn noch unsere Stadt?

Ein Glück, dass Tourismus Region Frauenfeld vorgesorgt hat. Voll chillig: Am Sonntag findet die Stählibuck-Matinee statt, wo Stadtpräsident Anders Stokholm Alphorn spielt.

Stefan Hilzinger stefan.hilzinger@thurgauerzeitung.ch

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