Und alle schauen zum Himmel

LOMMIS. Ideale Wetterbedingungen liessen am Samstag das 50-Jahr-Jubiläum des Flugplatzes Lommis zum Publikumsmagneten werden. Die Flugzeuge starteten und landeten ununterbrochen.

Maya Heizmann
Drucken
Teilen
Pilot Edi Schütz und Co-Pilotin Madeleine Breitenmoser fliegen mit dem Experimental-Eigenbau-Flugzeug «Moni II» zurück zum Flughafen in Fehraltdorf. (Bild: Maya Heizmann)

Pilot Edi Schütz und Co-Pilotin Madeleine Breitenmoser fliegen mit dem Experimental-Eigenbau-Flugzeug «Moni II» zurück zum Flughafen in Fehraltdorf. (Bild: Maya Heizmann)

Als «Moni II» auf der Graspiste landet, zieht sie alle Blicke auf sich; so ein Fluggefährt haben viele Zuschauer noch nie gesehen. Das spezielle über 500 Kilogramm schwere Experimental-Schönwetterflugzeug besitzt keine Hülle, deshalb sitzen Pilot und Copilot im Freien.

Nach der Ehefrau benannt

«Mit <Moni> zu fliegen ist wie Töfffahren in der Luft», sagt Edi Schütz, Pilot und Erbauer des Flugzeugs Breezy HB-YLX. «Mit 120 Kilometer pro Stunde hoch in den Lüften zu fliegen, ist einfach phantastisch und bedeutet grenzenlose Freiheit», sagt er. Über vier Jahre hat er benötigt um mit Kollegen sein Eigenbauflugzeug fertigzustellen, für die Testflüge brauchte er ein Jahr. Vor fünf Jahren wurde das Flugzeug schliesslich vom Bundesamt für Zivilluftfahrt Bazl zugelassen. Nun trägt sein Eigenbauflugzeug den Namen seiner Ehefrau Moni.

Schütz flog mit seinem Flugzeug von Fehraltdorf nach Lommis. «Träumen, bauen und fliegen», das ist sein Motto, wie das der Experimental Aviation of Switzerland, dessen Mitglied er ist. EAS ist die Vereinigung der Flugzeugeigenbauer der Schweiz, sie feierte am Samstag in Lommis ebenfalls ihr 50-Jahr-Jubiläum. Auch Bernhard Stamm aus Frauenfeld stellte sein Eigenbauflugzeug im Hangar aus. Über 2000 Stunden investierte der Elektroingenieur in den Bau seines Sportflugzeugs. «Freude am Fliegen und am Handwerk gaben mir Motivation, mit meinem Kollegen Rolf Schmid ein Flugzeug zu bauen», sagte er.

Faszinierende Akrobatik

Viele Besucher wollten mal die Welt von oben sehen und buchten einen Rundflug. So auch die achtjährige Julia Ammann, die mit Pilot Andreas Wieland in die Lüfte stieg. «Das war mein erster Flug und es war einfach wunderschön, ich habe den Bodensee von oben gesehen», sagte sie.

«Heute hat es aber viel Metall in der Luft», scherzte ein Zuschauer, denn die Flugzeuge starteten und landeten ununterbrochen auf der Graspiste. Grosse Aufmerksamkeit erhielt der Kunstflug von Stefan Ulrich, die Akrobatik in der Luft liess den Zuschauern beinahe den Atem stocken. Auch die Nostalgieschau zog das Interesse auf sich. Einige der Flugzeuge waren rund 70 Jahre alt. Ein Überflug der dreimotorigen «Tante Ju» mit ihrem typischen Brummen erfreute die Besucher. Auch die Modellflugzeuge der Modellfluggruppe aus Frauenfeld liessen die Betrachter staunen.

Ein richtiges Familienfest

«Die Stimmung und das Wetter am Flugplatzfest sind super», sagte Beat Sutter, OK-Präsident. Es sei ein richtiges Familienfest. Viele Kinder testeten auf der Wiese ihre selbst gebastelten Flugzeuge. Es wäre nicht verwunderlich, wenn nach diesem Tag der eine oder andere später Pilot werden will.