UMWELT: Platz für die kleinen Tiere

Das Naturschutzgebiet Ottenberg ist ein Aushängeschild für Pro Natura Thurgau. Es bietet vielen Tierarten einen Lebensraum. Ein Schwerpunkt liegt auf Kleingewässern.

Claudia Schumm
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Die Vereinsmitglieder beobachten einen Neuntöter, eine Vogelart aus der Familie der Würger. (Bilder: Claudia Schumm)

Die Vereinsmitglieder beobachten einen Neuntöter, eine Vogelart aus der Familie der Würger. (Bilder: Claudia Schumm)

61 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von über 200 Hektaren unterhält Pro Natura Thurgau. «Dies ist dank der finanziellen Unterstützung durch unseren Dachverband, den zahlreichen Spendern, Mitgliedern und der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit dem Kanton und den Landbesitzern möglich», sagte Präsident Toni Kappeler an der diesjährigen Jahresversammlung vergangenen Freitag.

Auf einem Rundgangs stellten die Verantwortlichen von Pro Natura Thurgau den rund 30 anwesenden Mitgliedern das Naturschutzgebiet Ottenberg vor, welches sich ganz in der Nähe des Restaurants Stelzenhof befindet und rund zwölf Hektaren Land umfasst. Der Hochstammobstgarten, artenreiche Blumenwiesen, das wieder offen fliessende Mosbächli, die Hecken sowie die Kiesgrube Weerswilen mit Tümpeln sind ein Paradies für verschiedenste Tierarten. Unzählige Schmetterlinge, Heuschrecken, Libellen, Amphibien und Vögel leben hier. Das Gebiet bietet zudem neuen Lebensraum für Tierarten, die gefördert werden sollen. Zu diesen gehören beispielsweise der Neuntöter oder auch die Geburtshelferkröte (Glöggli-frosch). «Die Kiesgrube Weerswilen ist ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung», erläuterte Stephan Lüscher, Reservatspfleger bei Pro Natura. «Bedrohte Amphibien leben in ihr.» Gemäss Philip Taxböck, Projektleiter «Hallo Biber Ostschweiz» bei Pro Natura, wurde auch schon ein durchgewanderter Biber in Weerswilen gesichtet. «Jetzt sind die verschiedenen Naturschutzprojekte am Ottenberg zu einem Mosaik zusammengefügt», stellte Felix Somm, Projektleiter Öffentlichkeitsarbeit, fest.

Lebensräume durch ­Eindolung verschwunden

Das Schaffen von neuen Lebensräumen gehört zu den Kernaufgaben von Pro Natura. Gemäss Felix Somm werden in der nächsten Zeit im Kanton verschiedene Kleingewässer erstellt oder aufgewertet. Diese für den Fortbestand vieler Arten unentbehrlichen Lebensräume seien in den vergangenen Jahrzehnten durch Trockenlegungen und Eindolungen mehr und mehr verschwunden – was einen Rückgang der Amphibien, Ringelnattern, Libellen, Wasserkäfer und Brutvögel nach sich gezogen habe. Aus diesem Grund sei die Umweltorganisation Pro Natura Thurgau im vergangenen Jahr auch Schweizer Partner im interregionalen Projekt «Kleingewässer für die Bodenseeregion» geworden. Ein erstes Tümpelprojekt habe man in Sirnach bereits realisieren können und in Salenstein werde in nächster Zeit der Ägelsee aufgewertet. Nach dem Rundgang an der Versammlung vom vergangenen Freitag erläuterte Kassier Roman Spescha die Jahresrechnung 2016 und präsentierte den Anwesenden einen Gewinn von 5622,50 Franken. Neben dem positiven finanziellen Ergebnis ist für Präsident Toni Kappeler auch noch eine andere Zahl besonders erfreulich: «Mit 4500 Mitgliedern sind wir ein wichtiger Umweltverband.»