UESSLINGEN: Voll ins Schwarze gefeiert

Der Rohstoff für den Fischfrass der Feldschützen stammt zwar nicht mehr aus der Thur. Den Feierlichkeiten zu ihrem 150-Jahr-Jubiläum tat dies aber keinen Abbruch.

Mathias Frei
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Am Fischfrass der Uesslinger Schützen: Das Festzelt ist voll, die Stimmung blendend. (Bilder: Mathias Frei)

Am Fischfrass der Uesslinger Schützen: Das Festzelt ist voll, die Stimmung blendend. (Bilder: Mathias Frei)

Mathias Frei

mathias.frei@thurgauerzeitung.ch

Der 31. März 1867 war es. Von diesem Tag datieren die Gründungsstatuten der Uesslinger Feldschützen. 150 Jahre später ist der Verein mit seinen 32 lizenzierten Schützen im Hoch. Das Festzelt neben dem Schützenhaus Hard­acker ist voll. Gegen 250 Gäste sind gekommen. Es duftet verführerisch nach Fischknusperli. Am Mittwoch haben die Schützen zum Geburtstagsfest geladen. Es steht der traditionelle Fischfrass an.

In seiner Jugend hätten die Uesslinger Fischer die Knusperli noch aus der Thur und den Seitenkanälen geliefert, erinnert sich Vereinspräsident Markus Grubenmann. Mittlerweile kauft Festwirt Hans Dickenmann die Zanderfilets im Grosshandel. Aber den Backteig für die 60 Kilogramm Fisch bereitet er selber zu. Einen ganzen Tag sei er dafür in der ­Küche gestanden, meint Dickenmann. Und dieser Aufwand hat sich gelohnt.

Gute Mitgliederzahl und sportlicher Erfolg

«150 Jahre sind eine stolze Zahl», sagt Vereinspräsident Grubenmann. Auch mit der aktuellen Mitgliederzahl ist er zufrieden. «Für eine Gemeinde mit der Grösse von Uesslingen-Buch sowieso.» Zudem ist man in jüngerer Vergangenheit sportlich sehr erfolgreich. An jeder Schweizer Meisterschaft sind zwei, drei Uesslinger dabei. Und im vergangenen Jahr war man sogar im ­Final der Schweizer Gruppenmeisterschaft. Das liege daran, dass man ein halbes Dutzend sehr ehrgeizige Schiesssportler im Verein hat. Grubenmann gehört auch zu ihnen. Sie trainieren wöchentlich, aber vor allem in Frauenfeld. Denn im Hardacker oberhalb Uesslingen wird jährlich nur acht- bis zwölfmal geschossen. «Wir sind aber nicht vergiftet», sagt er. Genauso wichtig sei das Vereinsleben, die Geselligkeit. Nächstes Jahr wolle man auch im Jungschützenbereich wieder aktiver werden. Derzeit zählt die FSG fünf Jungschützen. «Wir sind ein ‹mittelalter Verein›, unsere Mitglieder sind zwischen 30 und 50», sagt Grubenmann. Obwohl es keine Überalterungsprobleme gibt: «Wir wollen die Jungen aktiv angehen.» Beim derzeitigen Jubiläum, das sich über zwei Wochenende erstreckt, sei jedes Mitglieder zwei, drei Schichten im Einsatz. Weitere 30 Helfer kommen noch dazu. 1000 Schützen sind für die fünf Schiesstage gemeldet. «Es ist ein Kraftakt.» Sicher sind den Schützen die Sympathien aus dem Dorf für die gelungenen Festivitäten.

Von der Gemeinde gab’s zum Jubiläum einen Batzen in die Vereinskasse. «Jeder Verein ist für unsere Gemeinde wichtig, umso schöner, wenn man das 150-Jahr-Jubiläum feiern kann und über genügend Nachwuchs verfügt», sagt Gemeindepräsidentin Elisabeth Engel erfreut.