UESSLINGEN: Sport, Spass und Tradition

Die Feldschützengesellschaft feierte den Auftakt zu ihrem an zwei Wochenenden ausgetragenen Jubiläumsschiessen – und erhielt zahlreiche Komplimente zum 150. Geburtstag.

Christof Lampart
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Schiessen ist eine Familienangelegenheit: Werner Schläpfer, Philip ­Löpfe, Franziska Schläpfer und Manfred Löpfe.

Schiessen ist eine Familienangelegenheit: Werner Schläpfer, Philip ­Löpfe, Franziska Schläpfer und Manfred Löpfe.

Christof Lampart

frauenfeld@thurgauerzeitung.ch

150 Jahre sind eine lange Zeit. So verkaufte 1867 Russland den Vereinigten Staaten von Amerika Alaska für 7,2 Millionen Dollar, Bismarck wurde deutscher Reichskanzler, und Bauerndichter Alfred Huggenberger erblickte das Licht der Welt. Unweit von Huggenbergers Wirkungsstätte waren am Samstag früh zahlreiche Sportschützinnen und -schützen unterwegs, um der jubilierenden Feldschützengesellschaft Uesslingen auf ihre Art zum 150-jährigen Bestehen zu gratulieren.

«Ein Jubiläumsschiessen ist immer etwas Spezielles»

Rund 1000 lizenzierte Schützen werden bis und mit dem nächsten Wochenende auf dem sechs Scheiben umfassenden Schiessstand ihr Können zeigen, was Vereinspräsident Markus Grubenmann mit Freude erfüllt.«Natürlich sind wir Bestandteil des Jahresprogrammes, und ein Jubiläum ist immer etwas ganz Spezielles. Und doch ist es schön zu sehen, dass viele Vereine mit einem stattlichen Aufgebot dabei sind», sagt Grubenmann.

Auch Philip und Manfred Löpfe von der SG Sulgen schossen früh und schwärmten danach: «Die Uesslinger haben hier ein tolles Schiessen auf die Beine gestellt. Hier könnte sich mancher Verein einiges abschauen», sagte Manfred, derweil Philip dem «Geburtstagskind» alles Gute für die Zukunft wünschte: «Jetzt müssen sie die nächsten 150 Jahre meistern; ich melde mich jetzt schon fürs nächste Jubiläum an», erklärt er lachend.

Gleicher Meinung ist Werner Schläpfer aus Wilen-Gottshaus, der mit Tochter Franziska für die FSG Zihlschlacht schoss: «Die FSG Uesslingen macht hier einen tollen Job.» Dass sie sich als junge Frau dem Schiesssport verschrieben hat, ist für Franziska Schläpfer gelebte Selbstverständlichkeit: «Ich bin in unserer Familie die vierte Generation, die schiesst, weil ich das Maximum an sportlicher Herausforderung und echter kameradschaftlicher Geselligkeit schätze. Wenn ich nicht schiessen kann, fehlt mir etwas.» «Der Sport ist das eine, die Gemütlichkeit das andere», sagen Ueli Schmutz und Sandra Fuchs vom SV Matzingen-Stettfurt wie aus einem Munde. «Wir haben heute ganz früh unser Programm geschossen, so dass wir mit unseren Kameraden noch ein bisschen höckeln konnten. Hier redet man noch miteinander – sozusagen über Gott und Gewehr – und starrt nicht einfach nur auf sein Handy», sagt Fuchs. Genaue Vorstellungen, wie der Schiesssport in 150 Jahren aussehen könnte, hat niemand, doch freuen sich viele darüber, dass die Vereine untereinander heute solidarisch handeln.

Nach der Übung hockt man im Festzelt

«Nur wer etwas aktiv wertschätzt, trägt dazu bei, dass es auf lange Frist erhalten bleibt», sagt Hans-Ulrich Forster von der FSG Bottighofen. Derweil ist die SG Herdern-Lanzenneunforn schon längstens fertig mit der Übung und hockt im Festzelt. «Die verstehen es hier ‹cheibe guet›, ein Jubiläum zu feiern. Ich könnte mich daran gewöhnen», schwärmt eine Frau, die weiss, wie man ein Fest feiert, handelt es sich doch um Karin Meili– die Schützenwirtin des Vereins.

Weitere Schiesstage des Jubiläumsschiessen 150 Jahre Feldschützengesellschaft Uesslingen: Freitag, 11., Samstag, 12., und Sonntag, 13. August. www.fsg-uesslingen.ch