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UESSLINGEN: Patenwein im Glas

2014 brachte Markus Frei die Galotta-Traube in den Thurgau und vermarktete sie als Patenrebe. Nun gab’s ersten Wein.
Evi Biedermann
Winzer Markus Frei füllt die Gläser seiner Gäste. (Bild: Evi Biedermann)

Winzer Markus Frei füllt die Gläser seiner Gäste. (Bild: Evi Biedermann)

Farbe: Rubinrot, klar. Nase: Vanille, Waldbeere, fruchtig. Geschmack im Gaumen: säuerlich, süsslicher Touch, jung. So tönt es, wenn Göttis und Gotten den Wein vom eigenen Rebstock beurteilen. Die Neugier war gross, als Markus Frei am Samstag den ersten Wein der Galotta-Traube ausschenkte.

Vor drei Jahren brachte der Uesslinger Winzer die Westschweizer Rebe in den Thurgau und machte die Pflanzung zu einem Event. Die Aktion der Patenreben schlug ein: Über 100 Freunde, Bekannte und Weinliebhaber pilgerten an einem Samstagnachmittag zum Rebberg, um dort eigenhändig ihre Pflanze zu setzen. 630 Stöcke hatte Frei insgesamt gesetzt, 360 davon waren Patenreben. Mit 35 Franken pro Pflanze war man damals dabei, inklusive Aussicht auf eine flüssige Dividende: Die Paten erhalten während zehn Jahren die Ernte der Reben.

Tannin verleiht die rauchige Note

Die Engelschür war voll am Samstag, auch davor sassen die Leute und diskutierten über den neuen Wein. Wer Lust hatte, konnte sein Urteil auf ein Blatt schreiben, was freilich nicht allen leicht fiel. Man könnte sich ja blamieren, weil einem das Vokabular des Fachmanns nicht geläufig ist, war wohl der Grund dafür. «Ein Wein muss mir einfach munden», meinte eine Besucherin, «von allem anderen verstehe ich nichts.» Der Galotta-Wein indes erhielt durchaus positive Bewertungen, erklärungsbedürftig war einzig die häufig notierte Empfindung sauer und säuerlich. «Was wir oft spüren, ist nicht Säure, sondern Tannin», sagte Pascal Oberli, Winzer bei Markus Frei. Tannin verleiht dem Wein eine charakteristisch raue Note von Trockenheit, was der Fachmann als rauchig beurteilte. Je länger der Wein gelagert wird, desto flüchtiger wird der Tanningeschmack.

225 Liter Wein wurden aus dem Barriquefass in Flaschen abgefüllt. «Es reicht noch nicht, allen Paten eine Flasche abzugeben», erklärte Markus Frei. Für nächstes Jahr stellte er aber Gutes in Aussicht. Trotz seiner Jugend munde der Wein bereits jetzt. «Zwei, drei Jahre im Fass werden ihn noch besser machen.»

Evi Biedermann

frauenfeld@thurgauerzeitung.ch

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