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UESSLINGEN: Geballte Ladung Reformation

Erasmus, Luther und Zwingli – die Reformation und ihre Folgen: Was geht das die Bevölkerung von heute noch an? Eine Vortragsserie der Kirchgemeinde gibt Antworten darauf.
Evi Biedermann
Die paritätische Kirche St. Peter und Paul. (Bilder: Evi Biedermann)

Die paritätische Kirche St. Peter und Paul. (Bilder: Evi Biedermann)

Evi Biedermann

frauenfeld@thurgauerzeitung.ch

Die Kirche lebt, zumindest in den evangelischen Kirchgemeinden von Uesslingen und Warth-Wei­ningen. Gleich sechs Anlässe widmen sich in diesem Monat dem Gedenken an die Reformation vor 500 Jahren (siehe Kasten). Wie kommt es dazu, dass sich zwei kleinere Kirchgemeinden so mächtig ins Zeug legen?

Die Antwort gibt der Mann, der auch die ganze Organisation in den Händen hält. Nicht ganz freiwillig, «aber mit viel Freude und einem guten Gefühl», wie Klaus Stadler schmunzelnd verrät. Den Auftrag fasste er nach einer spontanen Zwischenbemerkung im Kreis der Pfarrwahlkommission, bei der er vor zwei Jahren mitwirkte. Die Diskussion drehte sich nicht nur um die Suche nach einem Pfarrer, sondern auch um die schwach besuchten Gottesdienste. «Ihr müend halt öppis mache», sei ihm plötzlich entfahren, erzählt Stadler, der selber kein regelmässiger Kirchgänger ist. Was ihm aber am Herzen liegt, ist die Gemeinschaft, das Miteinander im Dorf. In der paritätischen Kirche St. Peter und Paul, die seit Jahrhunderten von Reformierten und Katholiken gemeinsam genutzt und getragen wird.

Stadlers Kritik an diesem Abend der Ratlosigkeit erwies sich als Bumerang. Er schlug vor, das bevorstehende Reformationsjahr in der Kirchgemeinde zu thematisieren, worauf der Kirchenpräsident meinte: «Mach’s doch grad selber.» Stadler nahm den Auftrag an, etwas baff zwar, aber aus innerer Überzeugung. «Wenn ich schon lästere, dann mache ich auch etwas», meint er dazu. Bereut hat er es nicht. «Überall, wo ich anklopfte, stiess ich auf offene Türen.»

Die Referenten, die an den drei Vortragsabenden über die Reformation und ihre Folgen reden, sind alle profunde Kenner ihres Fachgebiets.

Die Historikerin Christine Christ hat zudem ein Buch veröffentlicht über Theodor Bibliander mit dem Untertitel «Ein Thurgauer im gelehrten Zürich der Reformationszeit». Christine Aus der Au ist Theologin und aktuelle Präsidentin des Deutschen Evangelischen Kirchentags, sie wohnt in Frauenfeld.

Martin Sallmann lehrt an der Uni Bern Neuere Geschichte des Christentums und Konfessionskunde. Die einzelnen Vorträge seien so aufgebaut, dass man den Inhalt auch ohne Vorkenntnisse verstehe, versichert Stadler. «Wichtiges wird in einfachen Worten erklärt.»

Unterstützung einerseits, freie Hand andererseits

Auch die Musik ist Teil des Programms, mit einem Konzert für Flöte und Orgel und einem Konzert des Belcanto-Chors. Der Organist Felix Pachlatko wohnt in Uesslingen und ist Nachbar von Klaus Stadler. Ein sehr unkomplizierter, wie Stadler erfreut erfuhr. Um sicher zu sein, dass die Orgel in der Kirche ja keine Misstöne von sich geben würde, wollte er sie vor dem Konzert fachmännisch prüfen lassen. Dazu fragte er Pachlatko um eine entsprechende Adresse, doch der nahm die Sache gleich selber in die Hand. So sei das während der ganzen Organisation gelaufen. «Ich bekam jede Unterstützung, die ich brauchte, und hatte freie Hand», sagt Klaus Stadler.

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