Übrigens…

…hat Frauenfeld jetzt einen Ruf zu verteidigen: jenen als Ostschweizer Stadt mit der – zumindest laut «Bilanz» – grössten Lebensqualität. Dass sie ihren Status ernst nimmt, beweist die Thurgauer Kantonshauptstadt nun auch mit ihrer neuesten Anti-Littering-Kampagne.

Merken
Drucken
Teilen

…hat Frauenfeld jetzt einen Ruf zu verteidigen: jenen als Ostschweizer Stadt mit der – zumindest laut «Bilanz» – grössten Lebensqualität. Dass sie ihren Status ernst nimmt, beweist die Thurgauer Kantonshauptstadt nun auch mit ihrer neuesten Anti-Littering-Kampagne.

Frauenfelds Kampf

Das trivial-pädagogische Prunkstück dieser Aktion: Eine Woche lang wird am Frauenfelder Bahnhof der achtlos weggeworfene Güsel kurzerhand liegen gelassen, abends jeweils auf einen Haufen geschichtet und an einem zentralen Ort des Bahnhofplatzes ausgestellt.

Das kommt einem vor, wie wenn man Kühen – zu erzieherischen Zwecken – mit erhobenem Zeigefinger ihre gesammelten Fladen vor die Nase hält.

Wenn Frauenfeld der grassierenden Abfallverwahrlosung Herr werden will, geniesst das selbstverständlich unsere volle Sympathie. Wir fragen uns einfach, ob man zwecks wirkungsvoller Verteidigung der Lebensqualität nicht noch einen Zacken zulegen müsste.

Es müssen ja nicht gleich körperliche Züchtigungen à la Singapur oder nach alter schulmeisterlicher Sitte sein. Die Einführung einer Frauenfelder Abfallschule mit Zwangslektionen für Unverbesserliche täte es auch.

Statt mit Hieben könnte man Littering-Sünder ausserdem mit einem behördlich genehmigten Pranger bestrafen.

An einem amtlichen Anschlagbrett wäre dann ihr Name in Grossbuchstaben zu besichtigen, plaziert am besten unmittelbar neben dem zur Schau gestellten Abfallhaufen. Das Werk und seine Schöpfer, sozusagen.

Wir wär's schliesslich mit einer weiteren eidgenössischen Spezialität, dem Bonus-Malus-System? Unser Vorschlag: Den Littering-Delinquenten sollte ihre Busse erlassen werden, wenn sie freiwillig einen Abend lang auf dem Frauenfelder Abfallhaufen Platz nehmen.

Soviel müsste der Stadt mit der grössten Lebensqualität die Unterhaltung ihrer Bürgerinnen und Bürger schon wert sein. (ck)