Überschüsse für die Schulzukunft

FRAUENFELD. Der Finanzausgleich zieht mehr Gelder ab. Und in den kommenden Jahren stehen grosse Investitionen an. Gleichwohl steigen die Steuerfüsse der Schulen Frauenfeld nicht. Die Voranschläge 2016 sagen sogar kleine Gewinne voraus.

Mathias Frei
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Finanzchef Christian Schwarz und Schulpräsident Andreas Wirth. (Bild: Mathias Frei)

Finanzchef Christian Schwarz und Schulpräsident Andreas Wirth. (Bild: Mathias Frei)

Primar- und Sekundarschulgemeinde rechnen für kommendes Jahr mit kleinen Überschüssen. «Wir sind glücklich darüber. Denn es stehen in naher Zukunft einige Investitionen an», stellte Schulpräsident Andreas Wirth an der gestrigen Budgetpräsentation fest.

Wie wahr, steht doch zuerst die Sanierung der Schulanlage Auen im Umfang von 40 Millionen Franken an. Im Herbst 2016 soll der Baukredit zur Abstimmung kommen. Danach ist das Schollenholz-Schulhaus an der Reihe. Bis nächsten Frühling soll der entsprechende Projektwettbewerb abgeschlossen sein.

Mit «langfristiger Brille»

«Wir schauen unsere Investitionen mit der <langfristigen Brille> an», erklärte Christian Schwarz, Finanzchef der Schulen Frauenfeld. Da sind die zwei kleinen Überschüsse also willkommen. Die Primarschulgemeinde rechnet bei einem Aufwand von 35,17 Millionen Franken mit 105 000 Franken Gewinn. Bei der Sekundarschulgemeinde ist ein Überschuss von 130 000 Franken budgetiert – bei einem Aufwand von 27,39 Millionen Franken. Diese Zahlen beinhalten schon grössere Einlagen in Vorfinanzierungen: für die Auen-Sanierung zwei Millionen, für das Schollenholz 1,4 Millionen. Die Auen-Vorfinanzierung wird dann mit 13,5 Millionen geäufnet sein.

Trotz der zukünftigen Investitionen werden die aktuellen Steuerfüsse beibehalten: 51 Prozent bei der Primarschulgemeinde, 35 Prozent bei der Sekundarschulgemeinde. Die Investitionstätigkeit 2016 liegt dafür auf einem eher tieferen Niveau. Bei der Primarschule machen die Sanierung des Garderobentrakts im Langdorf (370 000 Franken) und der Schollenholz-Studienauftrag (335 000 Franken) die grössten Brocken der Investitionssumme von 1,43 Millionen Franken aus. Die Sekundarschulgemeinde investiert 1,58 Millionen. Davon sind 1,3 Millionen für den aus dem Vorjahr geschobenen Auen-Projektkredit vorgesehen.

Hohe Zahlungen an den Kanton

Die Schulen Frauenfeld zahlen nach Budget kommendes Jahr knapp 6,1 Millionen Franken an den kantonalen Finanzausgleich. Wirth spricht von einem «hohen Betrag», machten doch allein die 5,3 Millionen der Sekundarschulgemeinde einen Fünftel des Sek-Umsatzes aus. Der Frauenfelder Beitrag steigt im Vergleich zum Budget 2015 um fast 600 000 Franken. Mitunter schuld daran sind die noch bis 2017 sinkenden Schülerzahlen in der Sek. Von der Primarschulgemeinde dagegen werden 300 000 Franken weniger fällig. Hier steigen die Schülerzahlen bei gleichbleibender Steuerkraft.

Bei den juristischen Personen werden laut erster Prognosen die Steuereinnahmen in der Rechnung 2015 unter den Erwartungen liegen. Die Steuern natürlicher Personen liegen im Budget. Währenddessen rechnet der Voranschlag 2016 in beiden Schulgemeinden mit leicht steigenden Steuererträgen. Ein Einbruch bei den juristischen Personen ist jedoch 2019 zu erwarten, wenn die Unternehmenssteuerreform III wirksam wird. Wirth rechnet mit einem Wegfall von zwei Millionen für beide Schulgemeinden zusammen.

Bald vier Integrationsklassen

Aktuell mit Mehraufwänden rechnen die Schulen Frauenfeld bei den Integrationsklassen. Aufgrund der derzeitigen Migrationsbewegungen wird für die Sek in Kürze eine zweite Integrationsklasse eröffnet für Jugendliche ohne Deutschkenntnisse. In der Primarschule gibt es schon zwei Integrationsklassen.