Überdrüssig oder noch unschlüssig

Die Präsidenten der beiden Komitees zur BTS-/OLS-Abstimmung bewerten die sich bislang abzeichnende Stimmbeteiligung aufgrund der Briefstimmen unterschiedlich.

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MÜNCHWILEN/BÜRGLEN. Am Sonntag kommt mit dem BTS-/OLS-Netzbeschluss eine kantonale Sachvorlage zur Abstimmung, die den Thurgau für Monate emotional und visuell in Beschlag nahm. Trotzdem zeichnet sich bei den Gemeinden aufgrund der bisher brieflich eingegangenen Stimmcouverts eine Stimmbeteiligung ab, die unter den Werten von 2005 liegt (die TZ berichtete gestern). Vor sieben Jahren gingen fast 58 Prozent der Stimmberechtigten für die Abstimmungen über die Thurtalstrasse T14 und die Südumfahrung Kreuzlingen an die Urne.

Tiefe Werte würden überraschen

«Mich würde es wundern, wenn bei dieser Jahrhundert-Abstimmung die Stimmbeteiligung tiefer wäre als 2005», sagt Toni Kappeler, Co-Präsident des Nein-Komitees. Die bisher tiefe Rücklaufquote bei der Briefabstimmung lasse darauf schliessen, dass es wohl noch viele unentschlossene Stimmbürger gebe. Den Einfluss gleichzeitig stattfindender eidgenössischer Vorlagen als Zugpferd für die Stimmbeteiligung schätzt Kappeler als eher gering ein.

Am 25. September 2005 wurde neben der T14 und der Südumfahrung auf Bundesebene über die erweiterte Personenfreizügigkeit abgestimmt. Europa-Abstimmungen sorgten und sorgen schweizweit stets für überdurchschnittliche hohe Werte.

Kein Stimmzwang

Armin Eugster, Präsident des Befürworter-Komitees, sagt, er wisse aus eigener Erfahrung als früherer Gemeindeammann von Bürglen, dass in der Woche vor der Abstimmung noch viele Stimmcouverts brieflich eintreffen könnten. «Aber wir können die Stimmbürger noch zum Abstimmen zwingen.» Eugster mutmasst, vielleicht seien die Leute zum Schluss hin der BTS- und OLS-Thematik aufgrund ihrer Präsenz auch ein wenig überdrüssig geworden. (ma)