TV-CASTINGSHOW: Von der Stube auf die TV-Bühne

ARBON. Im Jugendtreff Horn erlebte Michel Andre Stalder zum ersten Mal Breakdancer. Nach viel Training daheim verdient er mittlerweile sein Geld damit. Und will nun mit seiner Crew zu «Die grössten Schweizer Talente».

Daniel Walt
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Multikulturelle Truppe: die «Ghost Rockz Crew» mit Michel Andre Stalder (hintere Reihe, ganz links). (Bild: pd)

Multikulturelle Truppe: die «Ghost Rockz Crew» mit Michel Andre Stalder (hintere Reihe, ganz links). (Bild: pd)

Tische, Stühle, Polstergruppen: Alles, was Michel Andre Stalder in der heimischen Stube im Weg war, musste weichen, wenn er als Jugendlicher Breakdance trainieren wollte. «Nicht zur Freude meiner Mutter, weil hie und da halt auch etwas kaputt ging», lacht der 23jährige. Mit seinen Kollegen der «Ghost Rockz Crew», darunter auch dem St.Galler Son Le, wird Stalder am Vorab-Casting für die neue TV-Show «Die grössten Schweizer Talente» teilnehmen. Zum Mitmachen motiviert wurden die Breakdancer von Kollegen. Stalder betrachtet die Show als eine gute Möglichkeit, zu zeigen, was die Breakdance-Truppe kann und was möglich ist, wenn Angehörige verschiedener Nationalitäten zusammenarbeiten.

Praktisch jedes Wochenende unterwegs

Die «Ghost Rockz Crew», das sind neben den beiden Ostschweizern Michel Andre Stalder und Son Le zwölf weitere Mitglieder, die aus den Kantonen Schaffhausen, Zürich und Aargau stammen. Stalder trat der Breakdance-Truppe 2008 bei. Wenn ein neues Programm in Vorbereitung ist, treffen sich die jungen Männer oft in Zürich, um gemeinsam zu proben. Ansonsten trainiert jedes Crewmitglied selber. Praktisch jedes Wochenende stehen europaweit Turnier- und weitere Breakdance-Auftritte der gesamten Truppe an.

Eigene Schule in St.Gallen

«Es gibt keine eigentlichen Regeln beim Breakdancen. Man ist frei, anders als etwa beim Eiskunstlaufen, wo eine gewisse Anzahl Piroutten vorgegeben ist», hält Michel Andre Stalder fest. Mit dem Virus infiziert wurde er vor Jahren im Jugendtreff Horn, wo er zum ersten Mal Breakdancer erlebte. Ihn faszinieren die Musik und das Gefühl, beim Breakdancen teils förmlich zu fliegen. Mittlerweile verdient Michel Andre Stalder, genauso wie andere Mitglieder der Crew, sein Geld mit Breakdancen: Der gelernte Anlagen- und Apparatebauer unterrichtet Breakdance und Hiphop an Tanzschulen. Eine davon in St.Gallen gehört ihm sogar selbst. Andere Mitglieder der Breakdance-Gruppe arbeiten nach wie vor in ihren angestammten Berufen: «Wir haben beispielsweise einen Banker und einen Kantinenchef dabei», sagt Stalder.