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TV-AUFTRITT: Zu Gast in Aeschbis Wunderwelt

Dass er einst bei Kurt Aeschbacher in dessen Sendung auftreten darf, hätte sich der Amriswiler Reliefbauer Ernst Schefer nicht träumen lassen. Die «Ostschweiz am Sonntag» begleitete ihn an die Aufzeichnung.
Manuel Nagel, Zürich
Feinhandwerker unter sich: Sowohl Herzchirurg René Prêtre als auch Reliefbauer Ernst Schefer (rechts) brauchen bei ihrer Arbeit eine ganz ruhige Hand. (Bild: Manuel Nagel)

Feinhandwerker unter sich: Sowohl Herzchirurg René Prêtre als auch Reliefbauer Ernst Schefer (rechts) brauchen bei ihrer Arbeit eine ganz ruhige Hand. (Bild: Manuel Nagel)

Manuel Nagel, Zürich

manuel.nagel@thurgauerzeitung.ch

Es ist 20.19 Uhr am letzten Donnerstag, als er ins Rampenlicht tritt und von Kurt Aeschbacher begrüsst wird. In den Augen des Amriswilers Ernst Schefer ist Aufregung und Begeisterung zugleich zu erkennen. Es ist sein grosser Auftritt.

Rückblende auf den Dienstag. Zu Besuch in Ernst Schefers Atelier, welches in einem Hühnerstall untergebracht ist. Er baut dort mit Akribie Reliefs zusammen und versprüht bereits da schon diese Euphorie, auf deren Welle er zwei Tage später durch die Sendung surft. Da kann auch die Meldung, dass sein grosses Thurgauer Relief nun doch nicht an der Olma ausgestellt werden soll, seine Stimmung nicht trüben. Es passe nicht ins Konzept, habe man ihm gesagt. Er hat Verständnis dafür, aber ein bisschen enttäuscht ist er schon.

Die Olma wollte ihn nicht, dafür Kurt Aeschbacher

Die Olma wollte ihn nicht, dafür Kurt Aeschbacher in dessen Talksendung. Dort darf er sich und einige seiner Werke am nächsten Sonntag präsentieren, wenn es um «Wunderwelten» geht.

Die «Aeschbacher»-Redaktion ist auf ihn gestossen, weil er in der Mai/Juni-Ausgabe der Zeitschrift «Landliebe» auf sieben Seiten porträtiert wurde. Nun folgt also ein Auftritt im Schweizer Fernsehen. Zwölf Minuten sind für Ernst Schefer vorgesehen, wie auch für die anderen drei Gäste der Sendung.

Schefers Vorfreude auf den Donnerstagabend ist gross. Seine Begeisterung für seine Arbeit auch. Wenn er davon erzählt, sprudelt es wie ein Wasserfall aus ihm heraus. Er wirkt euphorisch und rastlos. Genau das, was er bei seiner Arbeit nicht brauchen kann. «Ich habe deshalb diese Woche eine Pause eingelegt», sagt Schefer. Er spricht und erklärt und zeigt und spricht – und es wird offensichtlich, dass es mit den geplanten zwölf Minuten knapp werden könnte.

Nicht der Bürolist, sondern der Macher

Um halb drei soll er am Donnerstagnachmittag an der Schiffbaustrasse 3 in Zürich sein, wo in der Labor-Bar die Sendung «Aeschbacher» jeweils aufgezeichnet wird. Um 13 Uhr seien sie losgefahren, sagt Margrit Frei, Schefers Partnerin. «Er ist nicht der Bürolist», sagt sie lachend über ihren Ernst. Aus seinem Mund tönt es hingegen so: «Ich bin der Macher.» Und er ist froh, dass Margrit Frei ihm den Rücken frei hält und das Administrative übernimmt. Wie eben die Organisation des Relieftransports oder auch die Medienkontakte.

Ernst Schefer wischt sich den Schweiss von der Stirn. Es ist kurz nach drei und es ist heiss in der Labor-Bar. Die wertvolle Fracht ist wohlbehalten in Zürich angekommen. «Wo stehe ich?», fragt er Michael Bachmann von der Redaktion. Die Reliefs werden aufgebaut und auf die Scheinwerfer und die Kamerapositionen hin ausgerichtet.

Zu ihnen gesellt sich nebst Regisseurin Mirjam Almasy noch ein weiterer Mann. «Was ist deine Funktion?», will Ernst Schefer wissen. «Schauen, dass es dir gut geht», antwortet Aufnahmeleiter Vincent Escriba. «Mir geht’s gut», sagt Schefer. Er geniesst die neue Erfahrung – es ist sein erster Fernsehauftritt – und den Rummel um seine Person.

Dienstag, 11.45: Ernst Schefer übt in seinem Atelier in Biessenhofen für seinen Auftritt in zwei Tagen. (Bild: Manuel Nagel)
Donnerstag, 15.54: Ernst Schefer ist in Zürich angekommen und lädt das grosse Thurgauer Relief - es ist 2,6 Meter breit und 1,6 Meter lang - aus dem Lastwagen. (Bild: Manuel Nagel)
15.02: Ernst Schefer erklärt Redaktionsleiter Michael Bachmann und Regisseurin Mirjam Almasy, wie ein Relief aufgebaut ist. (Bild: Manuel Nagel)
15.27: Emsiges Treiben am Nachmittag vor der Aufzeichnung in der Labor-Bar in Zürich. (Bild: Manuel Nagel)
15.37: Kurt Aeschbacher bei der Regiebesprechnung. Im Hintergrund sitzen Ernst Schefer und seine Partnerin Margrit Frei und lauschen aufmerksam. (Bild: Manuel Nagel)
16.07: Mit den Nachbarn, die sie nach Zürich begleitet haben, gehen Ernst Schefer und Margrit Frei einen Happen essen. Bis kurz vor 19.00 hat Ernst Schefer nun frei. (Bild: Manuel Nagel)
18.25: Drinnen werden die Plätze für die Gäste zugeteilt. (Bild: Manuel Nagel)
18.26: Ernst Schefer ist bereits wieder hier. Er zeigt Herzchirurg René Prêtre, Schweizer des Jahres 2009 und ebenfalls Gast in der Sendung, sein Relief des Kantons Thurgau. (Bild: Manuel Nagel)
18.56: Immer wieder gibt es etwas zu besprechen. (Bild: Manuel Nagel)
18.58: René Prêtre, Ernst Schefer und Michael Bachmann diskutieren, kurz bevor es in die Maske geht. (Bild: Manuel Nagel)
18.59: Noch ein kurzer Austausch mit René Prêtre. (Bild: Manuel Nagel)
19.04: Visagistin Divina Hunziker pudert das Gesicht von Ernst Schefer. (Bild: Manuel Nagel)
19.07: Auch Kurt Aeschbacher schaut noch für ein kurzes Hallo vorbei. (Bild: Manuel Nagel)
19.39: Im Regiewagen draussen ist alles bereit für den Aufzeichnungsbeginn um 20 Uhr. (Bild: Manuel Nagel)
19.40: Viel Technik für die Sendung. (Bild: Manuel Nagel)
19.44: Von der Empore aus schaut Ernst Schefer zu, wie das Publikum instruiert wird. Neben ihm steht einer der fünf Kameramänner. (Bild: Manuel Nagel)
21.00: Geschafft. Die Aufzeichnung ist im Kasten. Kurt Aeschbacher zeigt auf dem Davoser Relief, wo er jeweils seine Ferien verbringt. (Bild: Manuel Nagel)
21.01: Noch ein Erinnerungsfoto mit dem Gastgeber... (Bild: Manuel Nagel)
21.01: ...und schon widmet sich Ernst Schefer den interessierten Gästen der Sendung und zeigt bereitwillig seine Arbeiten. (Bild: Manuel Nagel)
21.17: Backstage im oberen Teil der labor-Bar, wo man sich nach der Aufzeichnung zum lockeren Gespräch und auf einen Drink trifft. (Bild: Manuel Nagel)
21.50: Das grosse Thurgauer Relief ist wieder eingeladen und bereit für die Rückreise. (Bild: Manuel Nagel)
21.52: Ernst Schefer deckt den Thurgau zu. (Bild: Manuel Nagel)
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Zu Gast in Aeschbis Wunderwelt

Small Talk mit dem «Schweizer des Jahres»

Immer mehr Leute treffen in der Labor-Bar ein, denn um 15.30 Uhr beginnt die Regiebesprechung. 30 Leute, unter ihnen auch Kurt Aeschbacher, gehen den Ablauf der Sendung durch. Um vier Uhr verlässt Ernst Schefer mit seiner Partnerin den Aufnahmeort in Zürichs trendigem Kreis 5. Zusammen mit ihren Nachbarn essen sie gleich nebenan einen Happen. Kurz vor sieben soll er wieder zurück sein für die Maske, doch Ernst Schefer trifft bereits kurz nach sechs ein. Ein wenig nervös scheint er nun doch zu sein.

Schefer lenkt sich ab mit etwas Smalltalk mit René Prêtre. Der Herzchirurg wurde zum «Schweizer des Jahres 2009» gewählt und ist an diesem Abend ebenfalls Gast bei «Aeschbacher». Dann muss Schefer in die Maske, wo er gepudert wird – damit sein Gesicht nicht glänzt. Erst jetzt, eine Stunde vor Aufzeichnungsbeginn, kommt es zum Kontakt mit Kurt Aeschbacher. Während die Gäste und Schefers Partnerin Margrit Frei im Publikum Platz genommen haben, wartet Ernst Schefer im Backstage-Bereich auf seinen Auftritt. Und dann geht’s los.

Eine ganz wichtige Aufgabe zum Schluss

Beim Warm-up mit dem Publikum erklärte Kurt Aeschbacher noch die Rolle von Aufnahmeleiter Escriba. Der habe keine spastischen Störungen, sondern teile ihm während der Aufnahme gestenreich mit, wie viele Minuten er mit seinem Gast noch zur Verfügung habe. Und wie vermutet sind die zwölf Minuten viel zu kurz. Vincent Escriba wedelt in Aeschbachers Augenwinkel mit den Armen und gibt das Zeichen «Fertig». Doch Kurt Aeschbacher stellt noch eine letzte Frage und leitet so zum Gesprächsende hinüber, denn Ernst Schefer hat zum Schluss seines Auftritts noch eine ihm ganz wichtige Aufgabe zu erledigen.

«Ich darf während des Gesprächs das Heft nicht aus der Hand geben», sagt Aeschbacher hinterher an der Bar auf die Frage, wie es denn mit einem Gast sei, aus dem es nur so heraussprudle. Da müsse er improvisieren und auch mal geplante Fragen weglassen. Ernst Schefer dürfte das nicht bemerkt haben. Auch er steht an der Bar, verteilt Visitenkarten und sagt: «Ich muss jetzt erst mal herunterkommen.»

TV-Sendung

«Aeschbacher» mit Ernst Schefer wird ausgestrahlt auf SRF 1 am 3. September um 22.50 Uhr oder ist danach online zu sehen unter www.srf.ch/aeschbacher.

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