Turmspatz

Die Abrechnung Neulich flog ich durch Mannenbach, da stach mir ein Graffiti ins Auge. Auf einem Schild hatte sich die Post für 500 000 Pakete täglich bedankt. Darunter sprayte ein Witzbold: «Bitte schön. Aber wo aufgeben. Ihre Mannenbacher» Jeder hat sein Päckchen zu schleppen.

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Die Abrechnung

Neulich flog ich durch Mannenbach, da stach mir ein Graffiti ins Auge. Auf einem Schild hatte sich die Post für 500 000 Pakete täglich bedankt. Darunter sprayte ein Witzbold: «Bitte schön. Aber wo aufgeben. Ihre Mannenbacher»

Jeder hat sein Päckchen zu schleppen. Die Post schleppt sogar ein paar mehr. Die armen Post-Entscheidungsträger müssen sich ständig fragen, ob sich diese oder jene Poststelle noch rechnet. Das ist ein schweres Los. Sie ringen lange, um dann doch jedes Mal zu dem Ergebnis zu kommen: Die Poststelle muss weg.

Das geschieht zurzeit in Mannenbach und in Berlingen auch. Da leidet der Turmspatz mit. Dabei wäre es doch viel einfacher, alle Poststellen im Untersee-Rhein-Land auf einmal zu schliessen. Irgendwo wird ein Automat aufgebaut. Dort wedelt der geneigte Kunde mit seiner ID-Karte vor einem Scanner, dann beamt sich seine persönliche Post aus einem Schlitz.

Liebe Post: Bitte auch künftig ganz viel sparen, egal, was es kostet. Macht weiter so, dann erfinden die Seebueben die Flaschenpost neu oder schaffen sich ein eigenes Postschiff an. Oder sie schwimmen auf die Reichenau und liefern dort ihr Päckchen ab. Denn nach dem Rechnen und Sparen bleibt dem Kunden nur eines: die Abrechnung.