Turmspatz

Die Federn sind wieder gespitzt Die Stadtammannwahlen sind vorbei. Es wurde alles gesagt, was einmal gesagt werden musste. Ruhe könnte nun wenigstens für ein paar Wochen im Städtchen einkehren: Den neuen Stadtammann kann man noch nicht kritisieren – er ist noch nicht im Amt.

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Die Federn sind wieder gespitzt

Die Stadtammannwahlen sind vorbei. Es wurde alles gesagt, was einmal gesagt werden musste. Ruhe könnte nun wenigstens für ein paar Wochen im Städtchen einkehren: Den neuen Stadtammann kann man noch nicht kritisieren – er ist noch nicht im Amt. Den alten will man beim Zügeln nicht stören.

Steckborn wäre nicht Steckborn, wenn es nun plötzlich ruhig und langweilig würde, sagt meine Frau. Wo sie recht hat, da hat sie wie immer recht: Die wackeren Frauen und Mannen vom Untersee haben wieder die Federn gespitzt und kämpfen mit ihren Unterschriften für das alte Wasserpumpwerk. Die Turmhofstiftung will es abreissen. Dieses schöne Häuschen, das zwar niemand mehr braucht, soll weichen und einem schnöden viereckigen Kubus Platz machen. Die Altstadt wird verschandelt, das Ortsbild verpfuscht, schallt es aus den Gassen.

Ach was, sagt meine Frau. Wir Spatzen pfeifen es schon längst von den Dächern. Es geht überhaupt nicht um die Architektur. Für die Steckbornerinnen und Steckborner kommt das Projekt ganz einfach zu elitär daher. Da kann die Prominenz aus Frauenfeld noch lange von einem kulturellen Leuchtturm schwafeln – die Schiffe finden den richtigen Hafen auch ohne ihn.

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