Turmspatz

Raubritter und Wegelagerer Im Mittelalter gab es noch überall Raubritter und Wegelagerer, diese machten die Strassen unsicher, erschwerten das Vorwärtskommen und hatten es auf das Geld der Reisenden abgesehen. Seither hat sich vieles verändert.

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Raubritter und Wegelagerer

Im Mittelalter gab es noch überall Raubritter und Wegelagerer, diese machten die Strassen unsicher, erschwerten das Vorwärtskommen und hatten es auf das Geld der Reisenden abgesehen. Seither hat sich vieles verändert. Die Reiserouten wurden gesichert und ausgebaut, grenzenlose Mobilität ist angesagt. Das Schlimmste, was einem Automobilisten heutzutage passieren kann, ist ein eingeschalteter Blitzer oder der steigende Benzinpreis. Natürlich denkt der eine oder die andere da auch an Wegelagerer, die nichts Besseres zu tun haben, als den armen Benzinkutschern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Bei all der asphaltierten Sicherheit sehnt sich der mobile Mensch nach etwas Einfachheit, gerne vertauscht er darum in der Freizeit das Auto mit dem Velo. Auch Frau und Herr Turmspatz radeln hie und da den Untersee entlang, um sich vom Fliegen zu erholen. Nun sorgt die Ankündigung des Kantons, man wolle die letzten unbefestigten Teile des Seeradwegs zupflastern, für Aufregung. Wenigstens bei uns, denn wir lieben die gemütlichen Teilstücke zwischen Mannenbach und Ermatingen sowie zwischen Ermatingen und Gottlieben. Ungeteerte Natur, gemütliches Rollen, etwas Staub, keine rasenden Gümmeler. Und nun kommen die Bürokraten des Kantons und stellen fest, dass der Radwegstandard hier nicht der Norm RW-97 entspricht. Für den Turmspatz sind diese Bürolisten die wahren Wegelagerer, denn sie nehmen uns etwas weg, das es kaum noch gibt: wenig beackerte Natur und Romantik. Wenn der Radweg geteert wird, hänge ich das Rad an den Nagel und fliege nur noch.