Turmspatz

Die Angst vor bösen Raubtieren Mein Cousin, der Steckborner Turmspatz, behauptete, dass die Thurgauer Landgemeinden generell Mühe mit der Natur haben. Darum sei der geplante Naturpark Seerücken nicht über die Projektphase hinausgekommen.

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Die Angst vor bösen Raubtieren

Mein Cousin, der Steckborner Turmspatz, behauptete, dass die Thurgauer Landgemeinden generell Mühe mit der Natur haben. Darum sei der geplante Naturpark Seerücken nicht über die Projektphase hinausgekommen. «Die Leute lassen sich einfach nicht verbieten, wie und wo sie die Landschaft verschandeln wollen.» Ich erklärte, dass in der Region Diessenhofen eine intakte Umwelt sehr wichtig sei. «Ach Siegelturmtschilper», sagte mein Cousin mitleidig, «die sind doch alle gleich.» «Ach was, Diessenhofen setzt sich voll ein für den Rhein und alle Gemeinden sind stolz auf ihre Wälder im Scharen, auf dem Buch- und Rodenberg. Ein Naturpark würde mit offenen Arme empfangen.»

Das war vor einigen Wochen. In der Zwischenzeit haben die Gemeinderäte in der Region einem Naturpark die kalte Schulter gezeigt, die Bevölkerung wurde gar nicht erst gefragt. «Es muss einen Grund geben», sage ich ziemlich laut, dies hört ein Schwan, der gerade vom Kanton Graubünden heruntergeflogen kommt. «Wenn du mich fragst, hat es mit dem Bären zu tun.» Und der Schwan erzählt, dass sich die Leute in der Nationalparkregion schwer tun mit Meister Petz, der so gerne Bienenhäuschen ausräumt und an Schafen knabbert. Und da fällt es mir wie Schuppen von den Augen: Unsere Gemeinderäte lehnen jeden Naturpark ab aus Angst, sie müssten sonst Raubtiere akzeptieren. Sie kämpfen damit vehement gegen die Ansiedlung von Haien im Rhein und Krokodilen im Geisslibach.

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