Turmhof: Womöglich klagt die Heimatvereinigung

Die Turmhofstiftung kündigte der Heimatvereinigung den Mietvertrag für das Museum im Turmhof. Die beiden Parteien landeten deswegen vor der Schlichtungsbehörde, einigten sich aber nicht.

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STECKBORN. Seit Jahren plant die Turmhofstiftung, ein Kulturzentrum im Turmhof zu verwirklichen. Dazu müsste sie sanieren und umbauen. Infolge dieser Planungen kündigte die Turmhofstiftung im Juli vergangenen Jahres der Heimatvereinigung den Mietvertrag. Die Heimatvereinigung betreibt seit 1937 ein Museum im Turmhof. Bislang zog das Museum aus dem Turmhof nicht aus, zeigte sich damals auch mit der Kündigung und vor allem mit den Forderungen der Turmhofstiftung – weniger Museumsfläche für mehr Mietzins – nicht einverstanden.

Ein zweite Kündigung

«Diese Kündigung vor einem Jahr war rechtlich nichtig», sagt Ernst Füllemann, der im Vorstand der Heimatvereinigung sitzt. «Sie musste nicht beachtet werden.» Doch die Stiftung Turmhof habe der Heimatvereinigung erneut im Juni dieses Jahres sämtliche Museumsräume im Turmhof gekündigt. Raus müsste das Museum in vier Wochen, spätestens am 30. September.

Verhandlung war letzte Woche

Die Heimatvereinigung rief daraufhin die Schlichtungsstelle in Mietsachen an, die zur Schlichtungsverhandlung am 21. August ins Steckborner Gemeindehaus einlud. «Der alleinige Vertreter der Stiftung Turmhof, Stiftungsratspräsident Alfred Muggli, war an der Verhandlung bedauerlicherweise zu keinem Entgegenkommen bereit», teilt die Heimatvereinigung den Medien mit.

Ernst Füllemann von der Heimatvereinigung erklärt den rechtlichen Hintergrund: «Das Mietrecht sieht zwingend eine Schlichtungsverhandlung vor.» Eine Klagebewilligung könne nur von der Schlichtungsbehörde erteilt werden. In diesem Fall bewilligte die Schlichtungsstelle der Heimatvereinigung, gegen die Kündigung seitens der Turmhofstiftung Klage am Bezirksgericht Frauenfeld einzureichen. Der Vorstand der Heimatvereinigung prüfe nun das weitere Vorgehen. Stiftungspräsident Alfred Muggli war gestern telefonisch für eine Stellungnahme nicht erreichbar. (end/red.)