Trotz Reklamation: «Keinen Mist gemacht, sondern ein tolles Fest»

Anders Stokholm, Präsident von Pro Juventute Thurgau, wehrt sich gegen den Vorwurf der Abzocke am Kinderfest Diessenhofen.

Mathias Frei
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Herr Stokholm, ein Besucher des Kinderfests Diessenhofen erhebt gegen die Pro Juventute Thurgau/Schaffhausen den Vorwurf der Abzocke. Für wenige Wochen alte Babies hätten die Eltern Eintritt zahlen müssen.

Anders Stokholm: Von Abzocke kann nicht die Rede sein. Wir wollten ein tolles Fest für Kinder veranstalten, das kostendeckend ist. Das haben wir geschafft. Wir werden finanziell wohl knapp schwarze Zahlen schreiben, vor allem dank 300 Stunden Freiwilligenarbeit rund um den Event.

Was ist schiefgelaufen? Gab es konkret keine Altersuntergrenze für die Bezahlpflicht?

Stokholm: Es war schon im voraus klar, dass der Eintritt für alle Altersstufen 14 Franken beträgt. Im Vorfeld wurde bestimmt, dass das Konzert erst für Kinder ab vier Jahren geeignet ist. Am Sonntagnachmittag kamen dann aber auch Familien mit noch kleineren Kindern. Da konnten wir natürlich die ganz Kleinen nicht draussen stehen lassen. Insgesamt zählten wir 600 Konzertbesucher in der Rhyhalle. In der Hitze des Gefechts wollten wir deshalb nicht noch Alterskontrollen durchführen.

Das Konzert von Andrew Bond stand unter dem Motto «Alli mached Mischt». Hat hier die Pro Juventute, die sich für Kinder und Jugendliche einsetzt, Mist gebaut?

Stokholm: In der Begrüssung sagte ich, dass alle Mist machten, die Tiere, die Kinder und auch die Erwachsenen. Ich finde, am Sonntag haben wir keinen Mist gemacht, sondern wir hatten ein tolles Fest und ein grossartiges Konzert.

Welche Lehren zieht die Pro Juventute aus diesem Vorfall?

Stokholm: Es gab genau diese eine Reklamation. Um Bilanz zu ziehen, ist es noch zu früh. Aber ein nächstes Mal wird das Kassenpersonal sicher darum besorgt sein, Unklarheiten betreffend Altersgrenze und Eintrittspreis im Gespräch zu lösen. In Diessenhofen führte das lokale OK zum ersten Mal ein solches Kinderfest durch. Die Reklamation nehmen wir ernst. Aber zugleich kann dieses negative Feedback die Freiwilligen auch demotivieren. Die überlegen es sich wohl zweimal, ob sie ein nächstes Mal wieder mithelfen.

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