Trickdiebstahl: Auto gewonnen!

STOCKACH. Lange Vorgeschichte: In der Adventszeit 2011 erhielt eine 70 Jahre alte Frau einen Telefonanruf mit der frohen Botschaft, dass sie einen BMW im Wert von 43 000 Euro gewonnen hätte – und das obwohl sie nirgends mitgespielt hatte.

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STOCKACH. Lange Vorgeschichte: In der Adventszeit 2011 erhielt eine 70 Jahre alte Frau einen Telefonanruf mit der frohen Botschaft, dass sie einen BMW im Wert von 43 000 Euro gewonnen hätte – und das obwohl sie nirgends mitgespielt hatte.

Der Anrufer erklärte ihr auch gleich das Problem bei dem Gewinn, nämlich dass sich das gewonnene Auto nicht in Deutschland, sondern in der Türkei befinde und die Rentnerin 640 Euro Überführungskosten bezahlen müsse, um den Pkw ausgehändigt zu bekommen. Die Geschädigte interessierte sich aber mehr für die 43 000 Euro als Geldbetrag, wie für das Auto und sah deshalb nicht ein, dass sie trotzdem die Überführungskosten bezahlen sollte. Letztendlich verzichtete sie im Laufe des Jahres 2012 auf den plötzlichen Gewinn.

Rückführungskosten

An einem späten Mittwochvormittag Im November erhielt die 70-Jährige nun einen Anruf bei dem sich ein Mann meldete und sich als «Kommissar Giese von der Polizei Überlingen» meldete. Dieser gab vor, dass er im Auftrag eines Verlages wegen des gewonnen BMW anrufen würde. Das gewonnene Auto sei hier in Deutschland und sollte wegen der Gewinnablehnung nun wieder in die Türkei zurückgeführt werden. Hierfür müsse sie als Gewinnerin nun 1600 Euro bezahlen, um dann schliesslich an die 43 000 Euro Geldwert des Autos zu gelangen.

Der angebliche Polizist Giese setzte die Frau unter Druck, dass er die Sache an die Staatsanwaltschaft weiterleiten müsse, wenn sie nicht bezahle. Die Geschädigte forderte nun von «Kommissar Giese» eine Telefonnummer, wo sie ihn erreichen könne. So erhielt sie eine Telefonnummer mit türkischer Ländervorwahl. Die Überweisung der 1600 Euro sollte jedoch an eine Person in Georgien erfolgen. Um 15.00 Uhr wollte sich «Kommissar Giese» wieder melden, um den 10stelligen Code der Überweisung über eine Reisebank zu erhalten. Schon eine halbe Stunde früher als vereinbart meldete er sich und flüchtete sich in verschiedene Ausreden und bekräftigte nochmals die Richtigkeit seines Vorgehens, als ihm vorgehalten wurde, dass es bei der Polizei in Überlingen gar keinen «Kommissar Giese» gebe und bereits Anzeige erstattet sei.

Warnung der Polizei

Die Polizei rechnet aktuell in der Vorweihnachtszeit wieder mit verstärkten Gewinnmitteilungen und muss wiederholt erklären, dass es eigentlich nicht logisch sein kann, einen Hauptgewinn gewonnen zu haben, wenn man nirgendwo mitgemacht hat.

Vorausgebührenbetrug heisst diese Art von Delikt, bei der immer neue und obskurere Probleme auftauchen, um an den angeblichen Gewinn zu gelangen. Den Tätern geht es dabei nur darum an Gelder der Geschädigten zu gelangen – Gewinn gibt es sicher keinen. Die Polizei rät Anzeige zu erstatten, und keinesfalls Geld zu transferieren. (red.)