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«Treffen mit Botschaftern sind wertvoll»

Geht es nach dem Aussendepartement, sollten ausländische Botschafter die Kantonsregierungen weniger oft besuchen. Die Thurgauer Regierung empfindet solche Treffen jedoch nicht als Last, sondern als Chance für die gute Beziehungspflege.
Stefan Etter
Rainer Gonzenbach Staatsschreiber des Kantons Thurgau (Archivbild: Nana do Carmo)

Rainer Gonzenbach Staatsschreiber des Kantons Thurgau (Archivbild: Nana do Carmo)

FRAUENFELD. Erst kürzlich hat der Thurgauer Regierungsrat im Schloss Hagenwil den Österreichischen Botschafter Jürgen Meindl getroffen. «Wir empfangen pro Jahr im Durchschnitt ein bis zwei Botschafter», sagt der Thurgauer Staatsschreiber Rainer Gonzenbach. Ginge es aber nach dem Aussendepartement (EDA) in Bern, sollte es weniger geben.

EDA stösst auf Unverständnis

Das EDA hat die ausländischen Botschaften nämlich kürzlich darauf aufmerksam gemacht, dass solche Anlässe die Kantone belasten würden. Dies hat die NZZ Anfang dieser Woche vermeldet. Gemäss Gonzenbach sind genau solche Anlässe aber ideale Gelegenheiten, «um den politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Austausch zu forcieren». In Zürich stösst die Haltung des EDA auf Unverständnis, wie die NZZ schreibt. Ähnlich sieht es auch Gonzenbach: «Solche Treffen sind sinn- und wertvoll für beide Seiten.»

Anknüpfungspunkte entwickeln

Laut Gonzenbach würden vorwiegend mit Botschaftern aus jenen Ländern Besuche vereinbart, die bereits Beziehungen zu Thurgauer Unternehmen hätten. Dazu zählten meist die Nachbarländer der Schweiz und die wichtigsten europäischen Länder. «So können Regierung und Botschaft zum Beispiel weitere Anknüpfungspunkte in Verhandlungen entwickeln», sagt Gonzenbach. Dabei könnten auch politische Fragen geklärt werden – wie beispielsweise EU-Angelegenheiten mit dem Botschafter aus Deutschland. «Solche Treffen dienen der Beziehungspflege.»

Ein bis zwei Besuche jährlich

Im Herbst hat der Regierungsrat mit der Kanadischen Botschafterin Jennifer MacIntyre die Kreuzlinger Mowag AG besichtigt. Diese ist zwar nicht mehr im Besitz der General Motors Canada, doch Kanada stelle für Thurgauer Firmen einen sehr wichtigen Exportmarkt dar. Und dem Österreichischen Botschafter Meindl hat die Regierung die AFG Arbonia-Forster-Holding in Arbon gezeigt. «Die AFG pflegt sehr gute Beziehungen mit Österreich», sagt Gonzenbach. Dies seien die beiden aktuellsten Beispiele. Die Zahl der Botschafterbesuche bewege sich mit jährlich ein bis zwei Treffen in einem «vernünftigen» Rahmen. «Das ergibt keine Zusatzbelastung für den Kanton», sagt Gonzenbach. Andere Kantone hätten aber wohl etwas mehr Besuche als der Thurgau.

Gespräch und Mittagessen

Zudem sei es nicht der Kanton, der den Kontakt aufnimmt. Die Botschaften müssten zuerst beim EDA anfragen, worauf dieses dann beim Kanton anklopft. «Erst dann beginnt der Austausch.» Meist bestehe der Besuch aus einem Gespräch und einem Firmenbesuch. «Die Kosten für das Mittagessen halten sich in engen Grenzen», sagt Gonzenbach. Vorerst seien keine weiteren Treffen vereinbart.

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