Tourismus bekommt höhere Beiträge

Die finanzielle Basis von Thurgau Tourismus ist gesichert: Die Jahresversammlung stimmte der Erhöhung der Mitgliederbeiträge zu. Zusammen mit den höheren Beiträgen stehen dem Verein nun genügend Mittel zur Verfügung.

Kurt Peter
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Vereinspräsident Christoph Tobler (Mitte) begrüsst Jakob Hug und Karin Jucker im Vorstand. (Bild: Kurt Peter)

Vereinspräsident Christoph Tobler (Mitte) begrüsst Jakob Hug und Karin Jucker im Vorstand. (Bild: Kurt Peter)

AMRISWIL. Es war das wichtigste Traktandum an der Jahresversammlung von Thurgau Tourismus: Der Vorstand beantragte eine Erhöhung der Mitgliederbeiträge. Damit sollen die von ihm angebotenen Leistungen auch in Zukunft gewährleistet sein. Vereinspräsident Christoph Tobler warb im Kulturforum Amriswil für die Erhöhung, denn «wir müssen mit den Mitteln arbeiten, die wir zur Verfügung haben. Haben wir weniger Mittel müssen wir Leistung and Angebote kürzen».

Kanton bezahlt mehr

Der Vereinsvorstand beantragte die Erhöhung der Mitgliederbeiträge, weil ab kommendem Jahr die Beiträge aus der Neuen Regionalpolitik fehlen, die 2012 bis 2016 vom Bund als Anschubfinanzierung geleistet wurden. 1,8 Millionen Franken müssten Thurgau Tourismus zur finanziellen Sicherung des Leistungsniveaus zur Verfügung stehen, sagte Tobler. Im Rahmen der Leistungsvereinbarung sei der Kanton bereit, seinen Beitrag von 700 000 Franken auf 900 000 Franken zu erhöhen. Bedingung ist aber, dass die andere Hälfte vom Verein aufgebracht wird. Die Haupteinnahmequellen für den eigenen Beitrag seien – neben den selbst erwirtschafteten Mitteln, Sponsoring, Marketing- und Projektbeiträge – die Mitgliederbeiträge. Gemäss Finanzplan müssten diese um 160 000 Franken auf 480 000 Franken erhöht werden. Dabei werden alle Mitglieder zur Kasse gebeten. Die Gemeinden werden nach touristischer Bedeutung eingeordnet und bezahlen neben dem Grundbeitrag auch pro Einwohner. Mehr bezahlen werden auch die Hotellerie, Parahotellerie, Gastronomie, Verkehrsvereine, Firmen und Organisationen.

Zu Diskussionen führte der Tourismusbeitrag von einem Franken pro Übernachtung. Dieser ist vergleichbar mit einer Kurtaxe. Eine solche gibt es im Thurgau aber nicht. Im Gegensatz zu einer Kurtaxe ist der Tourismusbeitrag freiwillig. Christoph Tobler rief zur Solidarität auf. Die Mehrheit der Stimmberechtigten folgte schliesslich seinem Aufruf: Die Erhöhung des Mitgliederbeitrages wurde mit zwei Nein-Stimmen zu 57 Ja-Stimmen angenommen.

Sinkende Übernachtungszahlen

«Der Frankenschock ist angekommen», sagte Tobler während seines Jahresrückblicks. Erfreulich sei aber, dass 65 Prozent der Gäste im Thurgau aus der Schweiz stammten. Doch diese reisten durch die Grenznähe auch öfter ins Ausland. Die Hotel- und Kurbetriebe verzeichneten 2015 418 162 Logiernächte. Das ist ein Rückgang um 4,3 Prozent. Um drei Prozent zulegen konnten die Campingplätze. Sie zählten 98 309 Übernachtungen, während die Jugendherbergen mit einem Rückgang von 10,6 Prozent Einbussen verzeichneten. Die regionale Entwicklung zeigte sich unterschiedlich: Die meisten Übernachtungen erzielt seit Jahren Fischingen. Die Zahl blieb 2015 stabil. Eine deutliche Steigerung gab es in Frauenfeld und Berlingen, rückläufig waren die Logiernächte in Münsterlingen und Romanshorn.

Die Jahresrechnung schloss mit einem Gewinn von 2000 Franken. Der Aufwand betrug 1,86 Millionen Franken, der Ertrag 1,815 Millionen Franken. Der Gewinn resultierte aus Auflösungen von Rückstellungen von 36 000 Franken.

Neue Vorstandsmitglieder

An der Jahresversammlung wurde Regierungsrat Kaspar Schläpfer verabschiedet. Er lobte in seiner kurzen Ansprache die «positive Entwicklung des Tourismus, der auch direkt und indirekt Arbeitsplätze schafft». Aus dem Vorstand traten Rita Barth und Stephan Hinny zurück, gewählt wurden Jakob Hug und Karin Jucker.