Tollkühn fliegende Töne

BERLINGEN. Die Musikanten der Musikgesellschaft Berlingen zogen mit schwungvoll vorgetragenen Stücken ihr Publikum in Bann. Doch der gutbesuchte Unterhaltungsabend in der Unterseehalle bot auch etwas fürs Auge.

Louise Jochims
Drucken
Teilen
Schon beim ersten Musikstück des Unterhaltungsabends in Berlingen springt ein tollkühner Mann aus einer fliegenden Kiste. (Bild: Louise Jochims)

Schon beim ersten Musikstück des Unterhaltungsabends in Berlingen springt ein tollkühner Mann aus einer fliegenden Kiste. (Bild: Louise Jochims)

Es ging hoch und heiss und sehr gekonnt zu und her in der Abendunterhaltung der Musikgesellschaft Berlingen am vergangenen Samstag in der Unterseehalle: Unter dem Motto: «Jetzt schalt emol um!» präsentierte das Orchester unter der Leitung von Marianne Thalmann ein abwechslungsreiches Programm auf hohem Niveau. Nicht nur das Gehör kam zu seinem Recht, sondern auch das Auge, zum Beispiel, als die Musik zu «Auf einem persischen Markt» gespielt wurde. Plötzlich sassen lauter «kleine Scheichs» hinter ihren Musikinstrumenten. Tom Wirz und Herbert Stolz führten fröhlich-heiter durch das Programm.

Mit Schwung und Elan

Marianne Thalmann hat zu diesem Projekt die Musikgesellschaft Berlingen zu einem 40köpfigen Projektorchester ausgebaut, das einen sehr vollen und schönen Klang der Musikstücke ermöglichte. Und nicht nur das: Das Programm mit insgesamt elf Stücken war sehr abwechslungsreich, und es machte viel Freude zuzuhören. Es zeigte zugleich das sichere Können der Spielenden, sehr gut durch die sehr temperamentvolle Dirigentin geführt. Das zeigte sich gleich beim ersten Musikstück: Raschen Schrittes betrat Marianne Thalmann das Podest, nahm ihren Stab, und los ging's.

Mambo, Polka und Tango

Es folgte das flotte Stück «Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten» aus einem Spielfilm aus dem Jahr 1965, Thema: Wettflug über den Ärmelkanal. Regie Ken Annakin, Musik von Ron Goodwin. Witzig und temperamentvoll vorgetragen – und damit auch mal ein tollkühner Mann zu sehen war, sprang einer ein paarmal einen Moment vor dem Orchester herum. Ganz anders «Patricia» von Peres Prado, dem King of Mambo. Die Klänge des Liedes wurden sehr gut herausgearbeitet und – da das Lied der Cha-Cha-Cha-Song aller Zeiten sein soll, hatte Marianne Thalmann diesen an das Ende von «Patricia» gesetzt. Weiter: «Stelldichein in Oberkrain». Weit weg vom Cha-Cha-Cha, vielmehr hin zu einer flotten Polka und Jodelelementen von Slavko Avsenik. Nicht fehlen durfte in dieser Reihe der «Kriminal-Tango». Oft gespielt, doch immer wieder gerne gehört. Man hätte am liebsten gleich mitgetanzt. Danach war dann eine halbstündige Pause mit köstlichen Stärkungen für Leib und Seele hochwillkommen und sehr genossen. So erfrischt, konnte es im Programm weitergehen mit «Auf einem persischen Markt». Man glaubte förmlich, alle Wohlgerüche Arabiens zu schmecken und Getrappel von Pferden zu hören. Eine orientalische Stimmung, die sich ausbreitete. In diesem zweiten Teil kamen auch Solistinnen und Solisten zu Gehör. So die sechs Musizierenden im «Original Dixieland Concerto» in schnell übergestreiften klassischen Westen oder – absolut klasse gespielt – der Ländler «Urnerbodä-Kafi».

Mit «D'Stunde sind verbii» verabschiedete sich das Orchester unter grossem Applaus. Wer wollte, konnte noch bei «Tanz mit Franz» selbst aktiv werden, sich an der Tombola beteiligen oder einfach etwas Gutes aus der Festwirtschaft geniessen.

Aktuelle Nachrichten