Töngi muss sich gedulden

Das Tertianum Neutal will den «Kronenhof» für 4,5 Millionen Franken umbauen. Doch das Projekt hängt in der Warteschleife. Die Berlinger Pläne kreuzen sich mit der neuen Thurgauer Spitalplanung.

Gudrun Enders
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Ein Hotel wandelt sich: Neutal-Direktor Anselm Töngi zeigt, wo ein zusätzlicher Raum fürs Reha-Spital angebaut werden soll. (Bild: Gudrun Enders)

Ein Hotel wandelt sich: Neutal-Direktor Anselm Töngi zeigt, wo ein zusätzlicher Raum fürs Reha-Spital angebaut werden soll. (Bild: Gudrun Enders)

Berlingen. Der «Kronenhof» steht verlassen da. Im April sollten die Schiebetüren wieder lautlos aufgleiten. Daraus wird vorerst nichts. Der Umbau des ehemaligen 4-Sterne-Hotels verzögert sich schätzungsweise um drei Monate. Das liegt an der neuen Thurgauer Spitalliste, die noch in der Vernehmlassung zirkuliert.

Seit mehr als zehn Jahren findet sich das Berlinger Tertianum Neutal auf dieser Spitalliste, denn im Haus Seeheim wird eine Reha-Station betrieben. Hier werden Senioren nach einem Eingriff wieder fit für den Alltag daheim gemacht.

Zwölf Betten stehen bis jetzt auf dieser Station, die ein ganzes Stockwerk einnimmt. Diese kleine private Reha-Klinik wird in den umgebauten «Kronenhof» umziehen. Es sollten noch circa 20 Kur-Zimmer für mobilere Gäste dazu kommen.

Von Reha-Klinik überzeugt

Diese Pläne ändern sich nun: «Die Parameter seitens des Kantons haben sich gewandelt, deshalb mussten wir unser Konzept überdenken», sagt Neutal-Direktor Anselm Töngi. Die Berlinger wollen auf der Spitalliste bleiben.

Deshalb denken sie jetzt an einen Ausbau des Reha-Spitals für Senioren auf 20 bis 25 Betten. Umgebaut wird aber erst definitiv, wenn der politische Prozess weiter gereift ist.

«Wir sind von der geriatrischen Reha-Klinik überzeugt», sagt Töngi. Für ältere Menschen sei jedes Jahr daheim ein gewonnenes Jahr. «Und das sage ich als Direktor eines Pflegeheims.» Deshalb ändern die Berlinger lieber ihre Umbaupläne.

Die Verzögerung des Umbaus ist nicht ideal. Direktor Töngi würde lieber heute als morgen beginnen. Aus gutem Grund: «Der leerstehende <Kronenhof> bringt keinen Ertrag.» Das Neutal-Team steht in den Startlöchern und will endlich in die Hände spucken. Trotzdem nimmt Töngi die Zwangspause sportlich: «Es ist nicht schön, aber unvermeidbar.» Wäre der politische Prozess erst nach dem Umbau in Gang gekommen, hätte das Neutal auch wieder über die Bücher gehen müssen.

Wenn der «Kronenhof» zum Reha-Spital anstatt zum Kurhaus umfunktioniert wird, braucht es mehr Räume für Untersuchungen, Therapien, Ärzte und Pflegepersonal.

Mehrkosten verkraftbar

Die neuen Pläne ziehen laut Töngi verkraftbare Mehrkosten von wenigen hunderttausend Franken nach sich. Das Hotel wurde schon in Hinblick auf eine Umnutzung gebaut: Die Gästezimmer sind gross, viele Wände lassen sich gut verschieben und das Gebäude ist rollstuhlgängig.

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