Töffli-Buben lieben Bikini-Girls

FRAUENFELD. Marc Zürcher ist 21 Jahre alt und führt sein eigenes Unternehmen. Er handelt mit Ersatzteilen für Mofas. Nun hat der Frauenfelder den ersten Töffli-Kalender mit hübschen Mädchen auf den Markt gebracht. Auch die Miss World Switzerland ist darin abgebildet.

Tanja Weibel
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Für das Shooting des Töffli-Kalenders hat Marc Zürcher mehrere Models und einen Fotografen beauftragt. (Bild: pd)

Für das Shooting des Töffli-Kalenders hat Marc Zürcher mehrere Models und einen Fotografen beauftragt. (Bild: pd)

Puch, Solex, Sachs – Jugendliche lieben sie, und erwachsene Männer lieben sie erst recht. Die Kult-Töffli sind seit einigen Jahren wieder voll im Trend. Der Frauenfelder Marc Zürcher hat dies erkannt und daraus ein florierendes Geschäft gemacht. Dazu gehören nicht nur die Herstellung und der Versand von Ersatzteilen, sondern neu auch ein Mofa-Kalender mit leicht bekleideten Models.

«In vielen Garagen hängen Kalender mit Autos und schönen Frauen», sagt Zürcher, «nun habe ich dasselbe mit Töfflis gemacht.» Viel Vorbereitung habe er in die fünf Nachmittage investiert, an welchen gemeinsam mit einem Fotografen und einer Visagistin die Fotos entstanden. Darauf sieht man schöne Frauen in knapper Kleidung neben zwölf verschiedenen Mofas, die der Frauenfelder teilweise selbst zusammengebaut hat.

Shooting war anspruchsvoll

Unter den jungen Frauen, von denen viele als Model arbeiten, findet sich auch die amtierende Miss World Switzerland Dijana Cvijetic. «Die Shootings mit den Models waren teilweise sehr anspruchsvoll, aber auch eine angenehme Abwechslung zum Alltag», sagt Zürcher. «Mit dem Kalender möchte ich allen, die mit dem Schnäpper als treuem Begleiter aufgewachsen oder schon mal damit in Berührung gekommen sind, eine Freude machen.»

Dass die Zweiräder seine Leidenschaft sind, zeigte sich bei Zürcher früh. Schon mit 15 Jahren begann er, Ersatzteile, die er selbst nicht mehr brauchen konnte, zu verkaufen. Nach der Ausbildung zum Polymechaniker war die Nachfrage bereits so gross, dass Zürcher seinen Shop vollberuflich betreiben konnte. Mittlerweile besteht seine Firma aus einem Lager, welches sich über eine Fläche von mehr als 100 Quadratmetern erstreckt. Darin befinden sich beinahe 4000 verschiedene Neuteile, die der Frauenfelder im Onlineshop anbietet. Mit nur 21 Jahren kann Zürcher von seiner Leidenschaft leben.

Mehr als tausend Kunden

Zu seinen über 1000 Kunden zählen neben jungen Töfflibuben und einigen Werkstätten auch erstaunlich viele Erwachsene. «Viele von ihnen haben das Bild ihres alten Töfflis vor Augen und wollen es genau so wieder nachbauen», sagt Zürcher.

Einige treffen sich regelmässig mit ihren Freunden zum gemeinsamen Herumschrauben an den Mofas und anschliessendem Ausfahren. «Viele meiner Kunden bereuen es, dass sie ihr Mofa in jungen Jahren weggegeben haben», so Zürcher. «Sie kaufen sich dann ein altes Mofa, um es wieder wie in Ihrer Jugendzeit aufzurüsten.» Dabei wird generell alles gebraucht, von neuen Zylindern über diverse Motorenteile bis hin zu Gepäckträgern oder Seitenverschalungen.

Einiges wird extra gefertigt

Da viele Ersatzteile inzwischen gar nicht mehr hergestellt werden, lässt Zürcher diese unter der neugegründeten Marke swiss ingenious, kurz swiing, wieder speziell anfertigen. Durch den direkten Kontakt mit den Kunden und seiner eigener Erfahrung entscheidet er, welche Teile nachgebaut werden.

Schon in die USA geliefert

Produziert werden die Bauteile mit einer Auflage von 200 bis 1000 Stück, nicht nur in der Schweiz, sondern von Firmen aus der ganzen Welt. Auch der Versand seines Online-Handels läuft längst international ab. «Natürlich verschicke ich eine grosse Anzahl von Teilen in die Schweiz, weil wir hier Modelle haben, die es sonst nirgends gibt», sagt Zürcher. «Ich habe aber auch schon Pakete in die USA versandt.»

Den Erfolg seines Unternehmens begründet Zürcher mit gutem Service, seinem Fachwissen und der Wiederanfertigung von nicht mehr erhältlichen Teilen, was andere Händler nicht anbieten würden. Der Jungunternehmer arbeitet extrem viel für seinen Traum und hat grosse Pläne. «Ich habe noch viele Ideen im Kopf», sagt er lachend. Der Mofa-Kalender sei nur eine davon.

Er will Personal anstellen

In den nächsten Jahren möchte Marc Zürcher sein Sortiment weiter ausbauen, Personal anstellen und sich vielleicht noch ein weiteres Standbein aufbauen. Zürcher ist sich bewusst, dass der Mofa-Trend nicht für immer anhält. Allerdings ist er der festen Überzeugung, dass seine Tätigkeit ihn noch lange beschäftigen wird. «Töfflis verbinden Jung und Alt, und mit meinem Engagement und dem neuen Kalender möchte ich dazu beitragen, diesen Kult so lange wie möglich zu erhalten.»

www.mofakult.ch