Tod eines Knechts

In der TZ von 1917

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Frauenfeld– Sonntagvormittag hat der ledige 67-jährige Gustav Albert Kessler von Thundorf, der seit zwei Wochen bei Landwirt Jakob Lieber in Erzenholz-Horgenbach als Dienstknecht in ­Arbeit stand, infolge eines Unglücksfalles in der Scheune seines Meisters den Tod gefunden. Knecht Kessler begab sich um halb 10 Uhr allein in die Scheune, um dort von dem auf der Heudiele befindlichen Heustock für das Vieh Futter zu holen. Während dieser Arbeit ist, wie nach der später konstatierten veränderten Lage des Heustockes angenommen wird, offenbar der etwa 21/2 Meter hohe, der Länge nach abgespaltete Heustock auseinandergerutscht, wobei dann Kessler samt der Gabel, die neben ihm lag, aus einer Höhe von etwa 4 Metern auf den Kopf in die Tenne gefallen sein muss.

Als Frau Lieber mittags ihn zum Essen holen wollte, lag er mit einer Wunde am Kopf in der Tenne auf einem Haufen Heu. Die Meistersleute glaubten anfänglich, der Verunglückte befinde sich vielleicht nur für kurze Zeit in bewusstlosem Zustande. Der hierauf telefonisch herbeigerufene Arzt musste jedoch einen schweren Schädelbruch konstatieren, der den sofortigen Tod zur Folge gehabt hatte.

Kalchrain Am Sonntagnachmittag wurde die noch nicht abgemähte Riedstreue auf einem Komplex von 1? Juchart an der Staatsstrasse Wilen–Lanzenneunforn von Spaziergängern ­angezündet. Es sind ungefähr 55 Zentner Riedstreue verbrannt, was einen Gesamtschadensbetrag von insgesamt 190 Franken ausmacht.