TOBEL: Tobel führt Ressorts ein

Die Gemeinde Tobel-Tägerschen muss einen neuen Präsidenten und neue Gemeinderäte suchen. Verbesserte Strukturen sollen helfen, Fehler aus der Vergangenheit auszumerzen.

Olaf Kühne
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Im Tobler Gemeindehaus agieren die Gemeinderäte künftig in einem Ressortsystem. (Bild: Hans Suter)

Im Tobler Gemeindehaus agieren die Gemeinderäte künftig in einem Ressortsystem. (Bild: Hans Suter)

TOBEL. Die gute Nachricht lautet: Tobel-Tägerschen ist nach wie vor eine funktionierende Gemeinde. Pünktlich zum Monatsanfang erschienen die Gemeindenachrichten «s'Neuscht». Darin finden sich, ganz routiniert, die üblichen Meldungen aus Vereinen, Kirchen und Schule – und selbst der vermisste Kater «Strubi» hält Einzug in die sechsseitigen Nachrichten. Die erste Seite hingegen ist reserviert für die Geschichte, welche die Gemeinde politisch seit Monaten auf Trab hält (siehe Zweittext). Schliesslich braucht Tobel-Tägerschen dringend neue Gemeinderäte sowie einen neuen Gemeindepräsidenten. Entsprechend lautet auch der Aufruf im Gemeindeblatt. Besonders ins Auge sticht dabei, dass das Mandat des Gemeindepräsidenten nunmehr mit 40 Stellenprozenten quantifiziert sowie ausdrücklich als «politisches Amt» bezeichnet wird. Führte doch just die Verknüpfung von politischen und Verwaltungsaufgaben in der Vergangenheit wiederholt zu Problemen, welche darin gipfelten, dass der Tobler Gemeinderat im vergangenen Oktober Gemeindepräsident Anton Stäheli das Bauamt entzog und an eine externe Firma übertrug. Nun also die Reduktion auf das rein politische Mandat für den künftigen Gemeindepräsidenten – oder die künftige Gemeindepräsidentin.

Zwölf Ressorts definiert

Der Tobler Gemeinderat «funktionierte» bis anhin ohne Ressorts. In einer eingespielten und harmonischen Behörde stellt dies – zumindest in einer kleineren Gemeinde – in der Regel kein grosses Handicap dar. Besteht aber ein Gremium überwiegend aus neuen Köpfen, wird dieses Manko zur Bewährungsprobe. Auf dieses Glatteis will sich Tobel-Tägerschen künftig nicht mehr wagen. «Gemeinderäte für Ressortsystem» seien gesucht, steht denn auch im Gemeindeblatt. Zudem wird neu der Arbeitsaufwand für die Milizpolitiker mit «15 bis 25 Prozent» angegeben. Ein Novum. In der Vergangenheit existierten für die Tobler Gemeinderäte noch nicht einmal Stellenbeschriebe. Zwölf Ressorts werden im Aufruf genannt. Sie reichen von «Präsident Feuerschutzkommission» über «Finanzen» bis «Altersfragen». Wie sie dereinst unter den vier Gemeinderäten und dem Präsidenten aufgeteilt werden, steht noch nicht fest. «Das hängt ganz von den Qualifikationen und Präferenzen der Kandidatinnen und Kandidaten ab», sagt der noch amtierende Gemeinderat Peter Koch auf Anfrage unserer Zeitung. Er wird im Gemeindeblatt, nebst Gemeindeschreiberin Kathrin Zwingli, als Auskunftsperson für allfällige Interessenten genannt.

Noch kein Termin für Wahlen

Koch bestätigt weiter, dass noch kein Termin für die ursprünglich auf den 23. Februar angesetzte, wegen der Rücktritte aber abgesagte Budget-Gemeindeversammlung festgelegt wurde. Sie wäre auch Wahlorgan gewesen. Bislang steht mit Stefan Blum aber nur ein Kandidat fest. Mindestens drei müssten es sein, damit der Gemeinderat ab 1. Juni nahtlos weiterwirken kann.