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TOBEL: Theaterblut geleckt

Auf dem Komturei-Gelände hat die fahrende Theaterwerkstatt Fahr.werk.ö! diese Woche mit Jugendlichen ein Stück eingeübt. Die Kulisse für «Ein Biss Dracula» könnte stimmiger nicht sein.
Simon Roth
Conni Stüssi schaut den Jugendlichen beim Proben zu. In der Komturei-Beiz spielt die erste Szene des Theaterstücks. (Bilder: Simon Roth)

Conni Stüssi schaut den Jugendlichen beim Proben zu. In der Komturei-Beiz spielt die erste Szene des Theaterstücks. (Bilder: Simon Roth)

TOBEL. Über den Boden verteilt liegen leere Bierflaschen. Auf der Theke lehnt der Wirt und ächzt: «Was für eine Nacht. Wer wohl dafür aufkommen wird?»

Gleich zu Beginn der neusten Produktion des Theaters Fahr.werk.ö! befinden sich die Zuschauer mittendrin im Geschehen. «Ein Biss Dracula» startet nach einer durchzechten Nacht in den tiefsten Wirren Transsilvaniens. Zu der ländlichen Szenerie gesellt sich eine Fremde und stellt sich als Immobilienmaklerin vor. Sie wolle zum Schloss des Grafen Dracula und benötige Hilfe, dorthin zu kommen. Düsteres Schweigen bei den Dorfbewohnern. «Ihr glaubt doch nicht etwa wirklich an Vampire?», fragt die Maklerin spöttisch und lacht über die ihr entgegengebrachte Grabesstille.

Vom Film von 1931 inspiriert

Die Szenen, die sich momentan in der Komturei abspielen, sind Teil einer Projektwoche. Sechzehn Jugendliche üben mit Hilfe von vier Theatermachern in einer Woche ein Theaterstück ein.

«Wir machen nicht <Twilight>», erklärt Theaterfrau Conni Stüssi und ergänzt: «Wir lehnen uns stark an den originalen <Dracula>-Film von 1931 an.» Der sei kein Gruselfilm gewesen. Vampirzähne habe es damals noch nicht gegeben und Blut sei auch keins geflossen.

Vielmehr zelebriert die Theatergruppe die mystisch-magische Stimmung, die um den Vampirkult existiert. Die Komturei verkörpert exakt die Atmosphäre, welche das Schauspiel erwecken möchte. Vier Spielorte auf dem Gelände wird es geben. Auch das Publikum geht von Szene zu Szene mit: Die verruchte Beiz, der muffige Keller, eine Psychiatrie oder die zeitgenössische Disco – die bewegte Vergangenheit der Komturei hat einiges zu bieten.

Von den sechzehn Jugendlichen sind nur zwei blutige Anfänger. Viele sind Wiederholungstäter. Der fünfzehnjährige Joel Blanken ist sogar zum fünften Mal dabei. Stüssi ist sichtlich stolz darüber: «Wir finden es sehr schön, Aufbauarbeit zu leisten.» Sie lobt unter anderem auch die eigene Kraft, welche die Teenager an den Tag legen: «Kinder und Jugendliche können sehr eindrückliches Theater schaffen, dabei entwickeln sie auch eigene Kulturformen.» Obwohl das Theater im Vordergrund der Projektwoche steht, spielt auch das Zusammenleben eine grosse Rolle. Die ganze Woche verbringen die Jugendlichen vor Ort. Ein paar sind aus der Region, einige kommen auch von weiter her. Die 20köpfige Theatercrew lebt und wohnt in Wagen. «Wir verstehen uns als fahrendes Theater, das in der Landschaft umherzieht. Ein bisschen à la Molière», sagt Stüssi mit einem Schmunzeln. Das helfe auch, dass sich die Jugendlichen als Teil des «Fahrwerks» empfinden und schweisse alle als gemeinsame Theatertruppe zusammen. Passend zum Vampir-Motto geht es nach dem Probentag auch in der Küche zu und her: Zum Znacht serviert Cecile, die gute Seele der Küche, der Theatercrew Blutwürste.

Vorstellungen: Freitag, 21. Oktober, 19 Uhr. Samstag, 22. Oktober, 18 Uhr. Eintritt frei, Kollekte.

Graf Dracula lädt die Immobilienmaklerin zu sich aufs Schloss zu einem Dinner ein. Stimmig inszeniert in einem muffigen Keller.

Graf Dracula lädt die Immobilienmaklerin zu sich aufs Schloss zu einem Dinner ein. Stimmig inszeniert in einem muffigen Keller.

In der letzten Szene taucht Graf Dracula in einem zeitgemässen Club auf. Dort trifft sich die angesagte Gesellschaft.

In der letzten Szene taucht Graf Dracula in einem zeitgemässen Club auf. Dort trifft sich die angesagte Gesellschaft.

Eine Woche lang lebte die Theatertruppe in diesen Wagen. Der enge Kontakt hat die Schauspieltruppe zusammengeschweisst.

Eine Woche lang lebte die Theatertruppe in diesen Wagen. Der enge Kontakt hat die Schauspieltruppe zusammengeschweisst.

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