TOBEL: Stähelis Hinterlassenschaft

Der inzwischen abgewählte Gemeindepräsident hat den Weihnachtsmarkt zurück in die Komturei geholt. Eine gute Idee, meint die neue Behörde.

Olaf Kühne
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Der Tobler Weihnachtsmarkt findet seit vergangenem Jahr wieder in der Komturei statt. (Bild: Christoph Heer)

Der Tobler Weihnachtsmarkt findet seit vergangenem Jahr wieder in der Komturei statt. (Bild: Christoph Heer)

Die malerische Komturei bietet die perfekte Kulisse für einen idyllischen Weihnachtsmarkt. Doch Tobel wäre nicht Tobel, wenn es nicht auch eine politische Komponente gäbe. Wurde doch der Markt, der davor auf der Hauptstrasse stattfand, vergangenes Jahr vom umstrittenen und im Mai abgewählten Gemeindepräsidenten Anton Stäheli zurück in die Komturei geholt.

«Das ist eine gute Hinterlassenschaft», sagt denn auch der – ebenfalls im Mai – neu gewählte Gemeinderat und Vizegemeindepräsident Stefan Blum. Die Aussage des Chefs des dreiköpfigen Organisationskomitees deckt sich mit dem Tenor des vergangenen Jahres. Damals waren sich die 30 Aussteller und die Besucher einig, dass der Tobler Weihnachtsmarkt durch die neue, alte Kulisse spürbar an Ambiente gewonnen hatte.

Die «Neuen» ändern am Konzept folglich kaum etwas. «34 Aussteller haben sich angemeldet», sagt Blum. Deren Angebot umfasst die übliche Breite eines Weihnachtsmarktes – mit einer Einschränkung: «Weil wir uns in der Komturei draussen befinden, können beispielsweise Malereien oder Holzmöbel nicht ausgestellt werden. Bei schlechtem Wetter oder hoher Luftfeuchtigkeit käme das nicht gut», sagt Blum. «Die Alternative wäre, das Ganze nach drinnen oder in ein grosses Zelt zu verlegen, aber dann wäre der Witz weg.»

Nebst Ständen mit Weihnächtlichem präsentiert sich auch der im Mai komplett neu gewählte Gemeinderat von Tobel-Tägerschen den Besuchern. «Gerade wegen der turbulenten Vorgeschichte und weil wir alle neu sind, wollen wir uns der Bevölkerung stellen, mit ihr ins Gespräch kommen und vielleicht erste Rückmeldungen über unsere Arbeit erhalten.»

Der Anlass ist für dieses Ansinnen gut gewählt. Schliesslich sind am Weihnachtsmarkt auch die Vereine der Gemeinde vertreten; namentlich der Fussballclub, der Schützenverein, die Musikgesellschaft, der Frauenverein und die Jungwacht. Zusammen mit den ebenfalls präsenten Dorfmarkt und Feuerwehr haben sie das Potenzial, den Tobler Weihnachtsmarkt zu einem eigentlichen Dorffest zu machen – im Gegensatz zu anderen Advents- und Weihnachtsmärkten zu einem zweitägigen. «Wir haben kaum mehr Organisationsaufwand, wenn wir den Anlass über zwei Tage laufen lassen», sagt Stefan Blum. «Der grösste Budgetposten bleibt die Versorgung des Komtureigeländes mit stabiler Elektrizität.» Wohl der Preis für das einmalige Ambiente.

Weihnachtsmarkt Tobel, Samstag, 3. Dezember, 14-19 Uhr, Sonntag, 4. Dezember, 10-17 Uhr Programm und Aussteller unter: www.tobel-taegerschen.ch