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TOBEL: Der Tod bewegt das Publikum

Im Alterszentrum Sunnewies referierte ein Spezialist über die Pflege von unheilbar Kranken. Fachleute und Leiter von regionalen Alterszentren waren sich einig: Die Palliative Care wird in der Pflege wichtiger werden.
Christoph Heer
Referent Roman Inauen diskutiert mit Pflegeleiterin Monika Wettstein und Spitex-Leiterin Doris Wohlfender. (Bild: Christoph Heer)

Referent Roman Inauen diskutiert mit Pflegeleiterin Monika Wettstein und Spitex-Leiterin Doris Wohlfender. (Bild: Christoph Heer)

TOBEL. Das Alterszentrum Sunnewies platzte beinahe aus allen Nähten, als am Dienstagabend Roman Inauen, Oberarzt für Onkologie und Palliative Care am Spital Münsterlingen und Vorstandsmitglied von Palliative Ostschweiz, die über hundert Zuhörer in das Thema des Abends einführte: das Erreichen der grösstmöglichen Lebensqualität am Lebensende von Schwerkranken. Dabei gilt es, sowohl in medizinischer als auch in pflegerischer und psychosozialer Hinsicht, das Maximum zu erreichen. Vom lateinischen Wort «palliare» abgeleitet – was auf Deutsch so viel heisst wie «mit einem Mantel überdecken» – fokussiert die Palliative Care auf nicht heilbare Krankheiten und beschäftigt sich dementsprechend mit der Linderung von Beschwerden. Wie brennend das Thema ist, zeigte sich auch nach dem Vortrag: Schnell wurde der Referent Roman Inauen belagert und ausgefragt.

Immer grösserer Arbeitsbereich

Die Palliative Care wird ein immer wichtigerer und grösserer Arbeitsbereich in der allgemeinen Pflege – auch im Hinterthurgau. Laut Renate Merk vom Regionalen Alterszentrum Münchwilen besteht in dem von ihr geleiteten Zentrum ein ausführliches Palliativkonzept, welches erfolgreich umgesetzt werde. Auch im Alterszentrum Sunnewies in Tobel wird laut Pflegeleiterin Monika Wettstein hinsichtlich Palliative Care einiges unternommen: Zwei Pflegefachfrauen hätten kürzlich weiterbildende Kurse besucht, sagt sie und fügt an: «Unser Palliativ-Konzept, das vom Kanton genehmigt ist, befindet sich in der Umsetzungsphase. Im letzten Sommer haben wir zudem mit zwei Pflegeheimen, dem <Palliativ-plus-Dienst>, der Heimärztin und der Seelsorge ein Netzwerk gebildet.» Ziel hierbei sei es, die Handlungsabläufe in der Sterbephase zu verbessern. «Die Quintessenz ist, dass jederzeit der Klient im Mittelpunkt steht», sagt Wettstein.

Eschlikon seit 2013 gerüstet

Das Wohn- und Pflegeheim Eschlikon arbeitet laut Christian Siegenthaler, Leiter Pflege, seit 2013 nach einem Palliativkonzept: «Dieses wird gemäss den Weisungen des Departements für Finanzen und Soziales angewendet. Dafür wird von allen Mitarbeitern eine palliative Grundhaltung vorausgesetzt», sagt Siegenthaler. «Dies heisst unter anderem, dass sämtliche Mitarbeitende mit den Grundlagen der Palliative Care bei internen und externen Weiterbildungen vertraut gemacht wurden.» Man sei sich bewusst, dass die Betreuung von Palliative Care-Patienten stetig zunehmen werde. Die kürzer werdenden Aufenthalte in Akutspitälern und die älter werdende Bevölkerung seien die Hauptgründe dafür: «Gegen das Lebensende rückt die Palliative Care in den Vordergrund, ohne dass dabei die heilenden Massnahmen vernachlässigt werden.» Dies sei für sie eine Herausforderung. Sollten sie doch einmal an ihre Grenzen stossen, könnten sie sich auf die Unterstützung des Mobile Palliative Care Teams verlassen, sagt Siegenthaler.

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