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TIERSCHUTZ: Ein Grossteil der Tiere aus Hefenhofen bereits geschlachtet

Der Thurgauer Kantonsrat Jost Rüegg fordert in einem Vorstoss Antworten auf Ungereimtheiten im Fall Hefenhofen. Die Regierung habe sich in Widersprüche verwickelt.
Silvan Meile
Tierschützer Reinhold Zepf unterhält sich am Rande der Grossratsdebatte mit Regierungsrat Walter Schönholzer. (Bild: Donato Caspari)

Tierschützer Reinhold Zepf unterhält sich am Rande der Grossratsdebatte mit Regierungsrat Walter Schönholzer. (Bild: Donato Caspari)

Silvan Meile

silvan.meile@thurgauerzeitung.ch

Die Tierbilder aus Hefenhofen sind schrecklich, und die Thurgauer Regierung steht auch nicht gut da. Gestern reichte der grüne Kantonsrat Jost Rüegg aus Kreuzlingen im Grossen Rat einen Vorstoss ein, um Antworten auf offene Fragen im Fall Hefenhofen zu erhalten. «Ungereimtes und Widersprüchliches zur Evakuation der Tiere vom Hof von Ulrich K.», hat Rüegg seinen Vorstoss betitelt. Völlig unverständlich sei, warum die Pferde bereits neun Tage nach der Evakuierung aus Hefenhofen einer Versteigerung zugeführt wurden. Das sei eindeutig zu früh gewesen. «Wie will der Kanton sicherstellen, dass die verkauften achtzig Pferde einen guten Heimplatz erhalten, wie das gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert wurde?» Die Erwerber seien per Los ermittelt worden. Die Qualität der neuen Plätze hätte somit vor dem Verkauf in keiner Weise überprüft werden können. Ausserdem seien einige Tiere noch vor Ort weiterverkauft worden, was eigentlich hätte verhindert werden sollen. «Ist die Versteigerung in Schönbühl so organisiert worden und vonstattengegangen, wie das die Verantwortlichen im Kanton Thurgau vorsehen?»

Auch andere Tiere bereits zum Verkauf angeboten

Rüegg findet deutliche Worte: Mit einem Krisenmanagement, das diesen Namen auch verdienen würde, hätte der Kanton besser reagieren können. Doch diese Chance sei verpasst worden. Stattdessen habe der Kanton Thurgau durch bestimmte Handlungen und die Kommunikation weiteren Reputationsschaden erlitten. «Die Regierung hat sich mit einem Teil ihrer Entscheidungen und Verlautbarungen mit jedem Tag immer tiefer in Widersprüche verwickelt.»Auch hätte der Kantonstierarzt sofort vom Fall Ulrich K. abgezogen werden müssen. Rüegg verteilt in seiner kurzen Rückblende der Geschehnisse auch ein Lob: «Die verschiedenen Aussagen der Regierungspräsidentin Carmen Haag vor Presse und Kameras waren souverän und nachvollziehbar.»

Für Rüegg stellt sich nun vor allem die Frage, was mit den ­übrigen Tieren aus Hefenhofen geschah. «Von diesen 80 Schweinen, 50 Kühen oder Rindern, 25 Schafen und 4 Lamas dürften ebenfalls etliche nicht in bester gesundheitlicher Verfassung gewesen sein.» Auf Umwegen habe er erfahren, dass mehrere Tiere aus Hefenhofen bereits bei einem Thurgauer Vieh- und Schweinehändler zum Kauf angeboten worden seien.

«Kühe, Schweine, Schafe und Ziegen gingen zu einem Viehhändler», teilt Walter Hofstetter, Informationschef des Kantons, gestern auf Anfrage mit. Zwei Drittel der Kühe seien jedoch «aus wirtschaftlichen Gründen» geschlachtet, alle anderen sofort zum Verkauf freigegeben worden. Ein Drittel der Schweine mussten auf die Schlachtbank, weil bei ihnen ein Gebrechen festgestellt wurde. «Die Ziegen wurden von einer Tierschutzorganisation, die Schafe von einem Schafhalter übernommen. Die Lamas sind auf einen spezialisierten Betrieb gebracht worden, und der Rückkauf durch die ehemaligen Besitzer ist eingeleitet», so Hofstetter.

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