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TIERQUÄLEREI: Eine weitere Zeugin soll Ulrich K. belasten

Erwin Kessler hat eine Frau gegen ihren Willen bei der Thurgauer Staatsanwaltschaft als zusätzliche Kronzeugin im Fall Hefenhofen gemeldet. Auch sie soll über Bilder toter und sterbender Pferde verfügen.

Im Kampf für den Tierschutz kann Erwin Kessler nicht auf alle Menschen Rücksicht nehmen. «Ich steckte in einem Dilemma», sagt der Tierschützer aus Tuttwil. Vergangene Woche hat er der Thurgauer Staatsanwaltschaft eine Frau gemeldet, die im Fall Hefenhofen den mutmasslichen Tierquäler Ulrich K. zusätzlich belasten soll. Sie habe auf dessen Hof «völlig unabhängig» von bisherigen Anschuldigungen «katastrophale Missstände mit toten und sterbenden Pferden» beobachtet, sagt Kessler.

Auch nach der Räumung der Stallungen in Hefenhofen behielt die Frau ihre Beobachtungen zurück. Doch der Tierschützer bekam davon Wind. «Sie hat Angst, wegen Hausfriedensbruch angeklagt zu werden», sagt Kessler. Denn die Frau hatte das Grundstück offenbar ohne Erlaubnis betreten. Ein Begleiter der Frau habe auch Aufnahmen gemacht. «Sie getraute sich nicht, damit zur Polizei oder zur Staatsanwaltschaft zu gehen, und ich konnte sie leider nicht dazu motivieren», sagt Kessler. Nun hat er sie gegen ihren Willen der Staatsanwaltschaft gemeldet, damit sie dort eine Aussage machen muss.

Kessler verspricht der Frau rechtliche Unterstützung

Bei der Thurgauer Staatsanwaltschaft bestätigt Mediensprecher Stefan Haffter den Eingang eines entsprechenden Schreibens von Tierschützer Kessler. «Wir prüfen das und leiten dann allenfalls nächste Schritte ein.» Wegen dieser angeblichen Beobachtungen werde die Frau nicht zwingend von der Staatsanwaltschaft vorgeladen, sagt Haffter. Mit Verweis auf das laufende Verfahren gebe es derzeit zum Fall Hefenhofen nichts Weiteres zu kommunizieren, auch nicht über den Stand der Ermittlungen.

Erwin Kessler will mit dieser zweiten Kronzeugin weiter Druck auf den mutmasslichen Tierquäler K. ausüben. Dieser versuche mit seinem Anwalt und «fadenscheinigen Argumenten», die erste Zeugin und ihre vielen Beweisfotos als unglaubwürdig hinzustellen. So seien schon mehrere Medien dazu übergangen, den «gerichtsnotorisch unverbesserlichen und mehrfach verurteilen Tierquäler als unschuldiges Opfer» hinzustellen, ärgert sich Kessler. Nun will er Gegensteuer geben, mit einer Zeugin, die ungewollt zu einer solchen gemacht wird.

Falls die Frau tatsächlich wegen Hausfriedensbruchs angeklagt werden sollte, sichert ihr Kessler zumindest rechtliche Unterstützung zu, wie er sagt. Nach seiner Einschätzung habe sie aber nichts zu befürchten. Das öffentliche Interesse an diesem Fall rechtfertige das Handeln der Frau. «Ihr passiert nichts», ist sich Kessler deshalb sicher.

Staatsanwalt ermittelt auch gegen das Veterinäramt

Auch wenn die Staatsanwaltschaft derzeit nichts kommuniziert, sei sie auf keinen Fall untätig, betont Haffter. Vor zwei Wochen wurde bekannt, dass gegen das Thurgauer Veterinäramt wegen Amtsmissbrauchs ermittelt wird. Ende August habe deswegen in den Räumlichkeiten des Amtes eine Hausdurchsuchung stattgefunden. Keine Ermittlungen laufen derzeit gegen Regierungsrat Walter Schönholzer. Kessler hat zwar auch gegen ihn Strafanzeige wegen Amtsmissbrauchs und Beihilfe zu Tierquälerei eingereicht, damit die Staatsanwaltschaft diese aber weiterverfolgen kann, braucht sie die Ermächtigung vom Büro des Grossen Rates. Dort steht ein Entscheid noch aus.

Silvan Meile

silvan.meile@thurgauerzeitung.ch

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