Tierquäler muss hinter Gitter

Der Oberthurgauer Pferdehändler Ulrich Kesselring muss wegen Tierquälerei neun Monate ins Gefängnis. Das Bundesgericht bestätigt das Urteil der Vorinstanz.

Urs-Peter Inderbitzin
Merken
Drucken
Teilen

Der 44jährige Landwirt Ulrich Kesselring war vom Thurgauer Obergericht im April 2010 wegen mehrerer Rechtsverstösse verurteilt worden. So warf ihm das Obergericht Tierquälerei vor, weil er zwei Stuten mit je einem Fohlen in einer improvisierten Boxe in einem LKW-Container mit einer Liegefläche von lediglich 8,35 Quadratmeter und ungenügender Höhe gehalten hatte. Damit hatte er die Mindestliegefläche um 40 und die Mindesthöhe um zehn Prozent unterschritten.

Tiere nicht artgerecht gehalten

Weitere Vorwürfe des Gerichts betrafen Verstösse gegen das Tierschutzgesetz, weil der Pferdehändler sechs Stuten mit je einem Fohlen in einer Halle unterbrachte, in welcher sich auch landwirtschaftliche Maschinen und Geräte befanden. Weil eine Abschrankung fehlte, hätten sich die Pferde verletzen können. Zudem soll er in einer Halle zehn nebeneinanderstehende Pferde auf einer Länge von 20 Metern ohne Absperrvorrichtungen zwischen den einzelnen Tieren angebunden haben – für das Gericht ein klarer Fall von nicht artgerechter Haltung.

Gewalt und Drohung

Sodann warf das Thurgauer Obergericht dem Pferdehändler auch vor, gegen Gewässerschutzbestimmungen verstossen zu haben, weil die Entwässerungsanlage auf dem Hof so gebaut war, dass eine konkrete Gefahr einer Gewässerverunreinigung bestand.

Schliesslich verurteilte das Obergericht Ulrich Kesselring auch wegen mehrfacher Gewalt und Drohung gegen Beamte und Behörden, weil er einen Spezialisten für den landwirtschaftlichen Gewässerschutz sowie einen Tierarzt von seinem Hof verjagt hatte. Der Kantonstierarzt soll gar mit einer Waffe bedroht worden sein.

Rückfällig geworden

Das Bundesgericht hat das Urteil des Thurgauer Obergerichts nun vollumfänglich bestätigt und alle Einwände des Pferdehändlers abgewiesen. Damit steht nun fest, dass der Pferdehändler neun Monate hinter Gitter muss, wobei ihm 25 Tage, die er in Untersuchungshaft sass, angerechnet werden.

Der Pferdehändler war schon vor zwei Jahren von der Thurgauer Justiz wegen Tierquälerei und anderer Delikte zu einer Geldstrafe von 9000 Franken und zu einer Busse von 2000 Franken verurteilt worden. Damals hatte er unter anderem ein Jungpferd beim erstmaligen Beschlagen zu Tode gequält.