Tiefe Strompreise in der Ostschweiz

St. Gallen Die Nachbargemeinden St. Gallen und Mörschwil haben ausser ihrer geographischen Nähe nicht viel gemeinsam. Die Stadt St. Gallen ist flächenmässig grösser, zählt mehr Einwohner, hat einen höheren Steuerfuss – und verlangt mehr für den Strom.

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St. Gallen Die Nachbargemeinden St. Gallen und Mörschwil haben ausser ihrer geographischen Nähe nicht viel gemeinsam. Die Stadt St. Gallen ist flächenmässig grösser, zählt mehr Einwohner, hat einen höheren Steuerfuss – und verlangt mehr für den Strom. Viel mehr, wie ein Blick auf den aktuellen Strompreisvergleich der Eidgenössischen Elektrizitätskommission (Elcom) zeigt.

Eine St. Galler Familie beispielsweise, die in einem 5-Zimmer-Haus wohnt und jährlich 7500 Kilowattstunden Strom verbraucht, bezahlt nächstes Jahr 18,95 Rappen pro Kilowattstunde oder 1421 Franken jährlich. Damit ist St. Gallen die teuerste aller 77 Gemeinden im Kanton. Den günstigsten Strom gibt es in der Nachbargemeinde Mörschwil. Hier bezahlt dieselbe Familie im nächsten Jahr nur 12,29 Rappen pro Kilowattstunde oder 922 Franken jährlich.

Die Strompreise setzen sich gemäss Elcom aus den Netzkosten, den Energiepreisen, der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) sowie den Abgaben und Leistungen an die Gemeinwesen zusammen. Die Gründe, weshalb die Preise innerhalb eines Kantons derart variieren, sind oft eine Mischung aus mehreren Komponenten. «Grundsätzlich aber», so der Experte, «kostet zum einen die Netznutzung nicht in allen Gemeinden gleich viel.» Diese unterschiedlichen Kosten seien auf topographische Gegebenheiten des Versorgungsgebietes, auf anderes Konsumverhalten der Strombezüger und Effizienzunterschiede der Netzbetreiber zurückzuführen. Zum anderen spielten die Steuern und Abgaben an die Gemeinwesen eine wesentliche Rolle, sagt Burri, denn die würden nicht nur kantonal, sondern auch national stark variieren.

Im nationalen Vergleich gehört St. Gallen zu jenen Kantonen mit den günstigeren Stromtarifen. Im Thurgau kostet es etwas mehr (16,15), in Appenzell Innerrhoden 14,24 und in Ausserrhoden 14,29. Am wenigsten bezahlt man im Kanton Wallis, nämlich 13,72 Rappen pro Kilowattstunden, am meisten zahlt man 2017 in Basel-Stadt, nämlich 24,02 Rappen. (lom)

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