Thurgaus Beitrag zum Big Mac

SCHLATTINGEN. Auf den Werbeplakaten von McDonald's Schweiz gibt es ab Ende Oktober Bauern anstatt Burger zu sehen. Die Fastfood-Kette wirbt so mit ihren lokalen Produzenten und weist auf die heimischen Inhalte hin. Ein Landwirt kommt aus dem Thurgau: Stefan Grob aus Schlattingen.

Martin Rechsteiner
Merken
Drucken
Teilen
Stefan Grob auf einem Nüsslisalatfeld in einem Gewächshaus auf seinem Hof. An McDonald's liefert er vor allem Eisbergsalat. (Bild: Reto Martin)

Stefan Grob auf einem Nüsslisalatfeld in einem Gewächshaus auf seinem Hof. An McDonald's liefert er vor allem Eisbergsalat. (Bild: Reto Martin)

Wer in einen Schweizer Big Mac beisst, hat möglicherweise ein Stück Thurgau im Mund. Zwar ist man in Mostindien in erster Linie stolz auf seine schönen Äpfel. Doch die Fastfood-Kette McDonald's hat es hier auf etwas anderes abgesehen.

Shooting im Beet

Stefan Grob aus Schlattingen liefert Grünes an McDonald's. Pro Jahr kauft die Fastfood-Kette rund 2360 Tonnen Salat und Gemüse in der Schweiz ein. «Davon liefern wir zwischen 20 und 30 Prozent», sagt Grob.

Der 29jährige Betriebsleiter der Grob Gemüse und Landbau in Schlattingen ist für McDonald's nicht nur ein Lieferant, sondern neuerdings auch ein Model. Er ist einer der 15 Bauern, die der Fastfood-Konzern für seine Kampagne «Aus Freude am Essen» abgelichtet hat. In seiner neuesten Charmeoffensive auf Schweizer Plakatwänden und im Fernsehen stellt McDonald's seine Schweizer Lieferanten vor, darunter eben auch Stefan Grob. Das Plakat zeigt den Thurgauer lächelnd bei der Salaternte auf dem Feld.

Dass er bald in der ganzen Schweiz zu sehen sein wird, macht den jungen Familienvater stolz. «McDonald's hat uns angefragt, ob wir bei einer Kampagne zu seinen Produkten mitmachen wollen. Aus Überzeugung von der Qualität der Produkte, die wir liefern, habe ich zugesagt», so Grob. Er habe grosse Freude an seinem Beruf und keine Mühe, diese auch zu zeigen. «Darum habe ich nicht lange gezögert, als die Anfrage von McDonald's kam», sagt der Thurgauer.

An den Fastfood-Konzern liefere er verschiedene Salate, «allem voran Eisbergsalat», sagt Grob. Dieser ist aber längst nicht alles, was er in seinem Betrieb anbaut. «Wir pflanzen und ernten rund 25 verschiedene Produkte, darunter Kopfsalat, Tomaten oder Broccoli», sagt der 29-Jährige.

Damit gehört die Familie Grob zu den grösseren Höfen im Kanton Thurgau. «Die Fläche unserer Gewächshäuser beträgt etwa so viel wie sieben Fussballfelder, dazu kommt das Freiland.» Zur Hauptsaison im Sommer beschäftige er rund 130 Mitarbeitende auf seinem Hof, im Winter seien es etwa 40.

Grob hat den Betrieb vor zwei Jahren von seinen Eltern übernommen. Er ist auf dem Hof aufgewachsen und stieg mit einer Lehre als Gemüsegärtner schon früh in das Geschäft des Nutzpflanzen-Anbaus ein. Nun setzt er den Fokus vor allem auf Nachhaltigkeit. Ein möglichst geringer CO2-Ausstoss sei ihm wichtig, sagt Grob. «Unsere Gewächshäuser beheizen wir zum Beispiel mit Erdwärme.»

Hie und da ein Big Mac

Er sei schon ein besserer Kunde von sich selbst gewesen, lacht Grob. «Ich komme nicht mehr oft dazu, bei McDonald's zu essen», sagt er. «Gehe ich trotzdem wieder einmal hin, gönne ich mir meistens einen Big Mac.» Dass Grob dabei womöglich Salat aus Eigenproduktion isst, sei für ihn «natürlich ein gutes Gefühl», sagt er.

Dies ist ganz im Sinne von McDonald's, soll die Plakatkampagne doch gerade die gute Zusammenarbeit mit den lokalen Bauern zeigen. Ob diese Zusammenarbeit auch bis zu den Thurgauer Obstbauern reicht, ist unbekannt. Dass aber auch Ostschweizer Äpfel ihren Weg über die Verkaufstheken der Fastfood-Kette finden werden, ist nicht auszuschliessen.