Thurgauer Technik-Fachschule vor Start

Der Thurgau baut sein Bildungsangebot im Bereich der Höheren Fachschulen aus: Das Bildungszentrum für Technik in Frauenfeld bietet ab dem Sommer einen Studiengang in Produktionstechnik an. Davon soll der Thurgauer KMU-Werkplatz profitieren.

Christof Widmer
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Wer in Frauenfeld Maschinenbau lernt, kann dort im Anschluss auch die Höhere Fachschule absolvieren. (Bild: pd/BZT)

Wer in Frauenfeld Maschinenbau lernt, kann dort im Anschluss auch die Höhere Fachschule absolvieren. (Bild: pd/BZT)

FRAUENFELD. Will ein Mitarbeiter in einem technischen KMU-Betrieb eine Leitungsposition übernehmen, blieb ihm zur Vorbereitung bisher nur eine ausserkantonale Weiterbildung. Künftig kann er sich das Rüstzeug auch im Thurgau holen. Das Bildungszentrum für Technik in Frauenfeld führt den Bildungsgang «Produktionstechnik» auf dem Niveau der Höheren Fachschule ein. Wer ihn abschliesst, ist diplomierter Techniker HF Maschinenbau mit Vertiefungsrichtung Produktionstechnik.

«Das hilft, dem Wegzug von Fachkräften entgegenzuwirken», sagt Rektor René Strasser. Der Bildungsgang passe optimal zum Werkplatz Thurgau mit seinen vielen kleinen und mittleren Betrieben. Er bereite auf Leitungsaufgaben in kleineren Strukturen vor.

Drei Jahre berufsbegleitend

Der berufsbegleitende Bildungsgang dauert drei Jahre. Nach einem ersten Jahr Fachstudium erhalten die Absolventen bereits den eidgenössischen Fachausweis. In den folgenden zwei Jahren Diplomstudium erwerben die Studenten auch führungsspezifische Kenntnisse.

Strassers Ziel ist, dass er am Anfang pro Studienjahr eine Klasse führen kann. Nach der Aufbauphase könnten es dann jeweils zwei Klassen sein. Nach Angaben des Regierungsrats kann nach der Aufbauphase von zwei bis drei Jahren bei einer Klassengrösse von zehn Studentinnen und Studenten Kostenneutralität erreicht werden. Zur Finanzierung tragen die Studierenden bei. Sie zahlen eine Studiengebühr von 4200 Franken pro Semester. Das Bildungszentrum bestreitet den Studiengang teils mit eigenen Lehrkräften, teils mit externen Dozenten.

Die neue Ausbildung folgt den Zielen des Regierungsrats, der die höhere Berufsbildung mit neuen Studiengängen fördern will. Zudem herrsche auch in der Thurgauer Wirtschaft Nachfrage nach Absolventen Höherer Fachschulen, sagt Rektor Strasser.

Das Diplomstudium ist vom Arbeitgeberverband Swissmechanic entwickelt und vom Bund anerkannt worden. Denselben Studiengang gibt es in Bern, Lenzburg, Bülach und Uzwil.

Konkurrenz zu Uzwil

Frauenfeld wäre damit in der Ostschweiz der dritte Standort. In Bülach hat es aber noch nie für eine Diplomklasse gereicht. «Wir sind uns bewusst, dass Frauenfeld und Uzwil in Konkurrenz zu einander stehen», sagt Swissmechanic-Direktor Oliver Müller. Da der Verband den Ausbildungsgang in Lizenz vergibt, tragen die Schulen das Risiko. Der Thurgau habe aber Chancen, den Studiengang zu etablieren, zumal die Kantonsregierung sich sehr dafür eingesetzt habe.

Beim Frauenfelder Bildungsgang handelt es sich um die dritte Höhere Fachschule im Thurgau – neben Pflege und Wirtschaft in Weinfelden. Das Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg führt mit ausserkantonalen Schulen den Studiengang «Agrotechniker» durch.

Infoabende zum Bildungsgang «Produktionstechnik»: 29.4. und 27.5. am BZT Frauenfeld sowie 27.4. am BZA Arbon, 18.30 Uhr.