Thurgauer springen aufs Podest

Der Fitnesstest bei der militärischen Rekrutierung misst den sportlichen Zustand der Schweizer Jugend. Die jüngste Auswertung nach Kantonen zeigt: Die Thurgauer sind wieder vorne mit dabei.

Sebastian Keller
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Stand-Weitsprung ist eine der fünf Disziplinen des Fitnesstests an der Rekrutierung der Schweizer Armee. (Bild: Keystone)

Stand-Weitsprung ist eine der fünf Disziplinen des Fitnesstests an der Rekrutierung der Schweizer Armee. (Bild: Keystone)

Der Kanton Zug sichert sich erneut die Goldmedaille. Im zweiten Jahr in Folge haben die Stellungspflichtigen des Zentralschweizer Kantons die meisten Punkte beim Fitnesstest an der militärischen Rekrutierung erzielt. Das zeigen noch unveröffentlichte Resultate des Bundesamtes für Sport (Baspo), die der Ostschweiz am Sonntag vorliegen. Die Silbermedaille geht an den Kanton Thurgau. Die Stellungspflichtigen aus dem Ostschweizer Kanton waren damit 2014 die zweitfittesten Schweizer, 2012 holten die Thurgauer gar Gold.

Viele sind in Sportvereinen

Peter Bär, Chef des Thurgauer Sportamtes, freut sich über das Resultat. Er will es aber nicht überbewerten. «Das liegt wohl am regen Konsum von Äpfeln und Shorley», scherzt er. «Im Ernst», fährt er dann fort, «es sind wohl mehrere Gründe.» So treiben die Thurgauer Kinder und Jugendlichen in der Volksschule regelmässig Sport. Zudem seien viele in einem Sportverein aktiv. «Die Quote lässt sich nicht exakt beziffern, aber es sind sehr viele», sagt der Sportamtschef. Eine weitere Erklärung lässt sich aber beziffern: Der Anteil der Thurgauer, die den Test überhaupt absolviert haben.

Dieser ist im Vergleich zu anderen Kantonen tief. 2014 traten nur 68 Prozent der Thurgauer Stellungspflichtigen zum Fitnesstest an, auch aus dem erstplazierten Zug waren es nur 68 Prozent. Aus Obwalden absolvierte mit 91 Prozent fast jeder Stellungspflichtige den Test. Nicht so in Zürich: Der bevölkerungsreichste Kanton der Schweiz weist eine Quote von nur 59 Prozent auf. Das Baspo weist zudem darauf hin, dass sich die Anzahl der Stellungspflichtigen der einzelnen Kantone stark unterscheidet, was bei der Interpretation zu berücksichtigen sei. So haben aus Appenzell Innerrhoden 2014 nur 90 Jugendliche den Fitnesstest absolviert, während aus dem Kanton Bern 4240 antraten.

Der Thurgau ist Zug dicht auf den Fersen. Beim Fitnesstest können maximal 125 Punkte erreicht werden. Die Tabelle zeigt, wo die Ostschweizer Kantone stehen. Erstplatzierter ist Zug, letztplatzierter Basel-Stadt.

Der Thurgau ist Zug dicht auf den Fersen. Beim Fitnesstest können maximal 125 Punkte erreicht werden. Die Tabelle zeigt, wo die Ostschweizer Kantone stehen. Erstplatzierter ist Zug, letztplatzierter Basel-Stadt.

Entscheidend für Funktion

Die Resultate im Fitnesstest entscheiden auch darüber, welche Funktion jemand in der Armee ausüben kann: Wer Grenadier werden will, für den liegt die sportliche Messlatte höher als für einen angehenden Truppenbuchhalter. Die in der Regel 19-Jährigen müssen ihre sportliche Leistungsfähigkeit in fünf Disziplinen beweisen: Stand-Weitsprung, Medizinball-Stoss, Rumpfkraft-Test, Einbeinstand und ein Ausdauerlauf.

Immer etwa gleich fit

2014 bot die Armee 40 869 Stellungspflichtige, darunter 211 Frauen, zur Rekrutierung auf. Davon haben drei Viertel, also 31 067 Stellungspflichtige, den Fitnesstest vollständig absolviert. Die Resultate des Fitnesstests zeigen auch auf, wie sich das Bewegungsverhalten der Schweizer über die Jahre entwickelt. Über alle Stellungspflichtigen betrachtet, sind die Schweizer seit Jahren im Durchschnitt immer etwa gleich fit.

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